Ausschüttungsquote

Die Ausschüttungsquote (engl.: Payout Ratio) beschreibt das Verhältnis von ausgeschütteten Dividenden zum erwirtschafteten Gewinn pro Aktie. Eine hohe Ausschüttungsquote bedeutet, dass das Unternehmen einen großen Teil seines Gewinns als Dividende an die Aktionäre ausschüttet.

Berechnung der Ausschüttungsquote

Um die Ausschüttungsquote zu berechnen, benötigen Investoren zwei Kennzahlen: Den Gewinn des Unternehmens pro Aktie sowie die Dividende pro Aktie. Diese Informationen sind meistens im Investor Relations-Bereich auf der Website des Unternehmens, auf jedem üblichen Aktien-Portal oder bei den meisten Online-Brokern in der Detailansicht einer Aktie zu finden.

Mit dieser Formel wird die Ausschüttungsquote berechnet:

(Dividende : Gewinn) * 100 = Ausschüttungsquote in %

Beispiele für die Ausschüttungsquote

Schauen wir uns nun zur Verdeutlichung mehrere Beispiele für die Berechnung der Ausschüttungsquote an:

  • Macht ein Unternehmen 2 Euro Gewinn pro Aktie und schüttet davon 1 Euro pro Aktie als Dividende aus, liegt die Payout Ratio bei 50 Prozent.
  • Schüttet ein Unternehmen bei 3 Euro Gewinn pro Aktie 4 Euro als Dividende aus, liegt die Payout Ratio bei 133,33 Prozent. Die Dividende ist also nicht durch den Gewinn gedeckt.
  • Wenn ein Unternehmen keine Dividende ausschüttet, kann die Payout Ratio nicht berechnet werden und liegt folglich bei 0.
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Die Ausschüttungsquote (Payout Ratio) wird in Prozent angegeben

Auswirkungen der Payout Ratio auf Investments

Die Ausschüttungsquote ist vor allem für Investoren interessant, die eine möglichst hohe und sichere Dividendenrendite erhalten möchten. Denn über die Höhe der Ausschüttungsquote können sie erkennen, ob das Unternehmen Dividenden in einem gesunden Verhältnis zum Gewinn auszahlt, noch weiteren Spielraum für Dividendenerhöhungen hat oder die Dividende nicht durch den Gewinn gedeckt ist.

Wie liest man Ausschüttungsquoten?

Eine Ausschüttungsquote unter 25 Prozent wird von Dividendeninvestoren meist nicht gerne gesehen, weil aus ihrer Sicht zu wenig Geld an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Auf der anderen Seite bietet eine niedrige Payout Ratio aber auch viel Luft nach oben für zukünftiges Dividendenwachstum.

Eine Ausschüttungsquote bis 75 Prozent wird allgemein als gesunde Payout Ratio bezeichnet mit einem guten Mix aus hoher Dividende und noch genügend Gewinn, der in den Ausbau des Unternehmens investiert werden kann (z.B. in Übernahmen, Forschung und Entwicklung oder Schuldenabbau).

Eine höhere Ausschüttungsquote über 75 Prozent sollte immer im Detail geprüft werden, da sie ein Zeichen für eine zu höhe Dividendenzahlung sein kann. Darüber freuen sich Investoren vielleicht kurzfristig, langfristig kann eine zu hohe Payout Ratio aber auch darauf hindeuten, dass Gewinne stark zurückgegangen sind oder dem Unternehmen Wachstumsperspektiven fehlen.

Eine Ausschüttungsquote über 100 Prozent zeigt, dass das Unternehmen mehr Geld für die Dividende aufwendet, als pro Jahr verdient wird. Das ist ein Problem, da das Unternehmen einen Teil der Dividende somit aus der Substanz bezahlt und sich eigentlich nicht leisten kann. Zudem somit weniger Geld für Wachstum, Schuldenabbau oder Forschung und Entwicklung übrig bleibt.

Payout Ratio: Achtung bei REITs

Bei Immobilienholdings, sogenannten Real Estate Investment Trusts (REITs), kann es zu Verwirrungen kommen, wenn Investoren sich die hohe Ausschüttungsquote anschauen. Zunächst einmal sind REITs, wenn sie diesen Status erhalten möchten, dazu verpflichtet, 90 Prozent ihres Einkommens als Dividende auszuschütten.

Zudem wird bei REITs nicht der Gewinn als Basis zur Berechnung der Payout Ratio genommen, sondern die Funds from Operations (FFO). Das ist das REIT-Äquivalent des freien Cashflows. Die Ausschüttungsquote eines REITs wird also wie folgt berechnet:

(Dividende : FFO) * 100 = Ausschüttungsquote in %

Weiterführende Links zum Thema Payout Ratio

Wenn du dich für das Thema interessierst, kannst du dich über diese Links weitergehend informieren oder unsere Artikel und Anleitungen lesen.

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Tobias Gillen
Tobias Gillen ist Unternehmer, Journalist und Buch-Autor. Neben seiner Position als Geschäftsführender Gesellschafter der BASIC thinking GmbH hat er 2017 das Online-Magazin FINANZENTDECKER gegründet. Seit 2020 ist er Mitglied bei »Leaders for Climate Action«.