Rückkaufgarantie

Als Rückkaufgarantie (oder: Rückkaufverpflichtung) wird eine vermeintliche Garantie bezeichnet, die P2P-Plattformen ihren Kunden geben. Gemeint ist damit, dass die Plattform überfällige Kredite zurückkauft, wenn diese eine bestimmte Fälligkeit überschritten haben.

Rückkaufgarantie für Investoren

Zahlt also ein Kreditnehmer seinen Kredit nicht rechtzeitig an seine Kunden zurück, springt laut der Rückkaufgarantie die P2P-Plattform oder die Kreditgesellschaft ein und kauft die Forderung von den Kreditgebern zurück. Somit erhalten diese ihr Geld, dann allerdings ohne Zinsen, zurück und erleiden keinen Verlust.

Rückkaufgarantie auf Seite der P2P-Plattform

Die P2P-Plattform geht mit diesem Rückkauf ein Risiko ein, da sie darauf spekuliert, das Geld im Mahn- oder Inkassoprozess vom Kreditnehmer zurückzuerhalten. Die Rückkaufgarantie basiert also auf einer Prognose auf Seiten der P2P-Plattformen, wie viel Prozent der ausgefallenen Kredite sie tatsächlich nach dem Rückkauf über den Inkassoprozess zurückholen können.

P2P-Plattformen mit Rückkaufgarantie

Ein Beispiel für eine Rückkaufverpflichtung bietet die P2P-Plattform Mintos. Mintos bietet Kreditgesellschaften die Möglichkeiten, ihre Kredite auf der Plattform zu platzieren. Investoren können diese Kredite finanzieren und erhalten dafür Zinsen. Laut Mintos sind mehr als 99 Prozent aller Kredite auf der Plattform durch die Rückkaufverpflichtung abgesichert.

Diese besagt, dass die Kreditgesellschaft einen Kredit, der mehr als 60 Tage überfällig ist, zurückkauft. Andere Beispiele für P2P-Plattformen mit Rückkaufverpflichtungen und -garantien sind unter anderem Viainvest, Peerberry, Viventor oder DoFinance.

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Beispiel für die Rückkaufverpflichtung auf Mintos

Gründe für die Rückkaufgarantie

Die Rückkaufgarantie ist ein zusätzliches Marketinginstrument für die P2P-Plattformen. P2P-Experte Lars Wrobbel erklärt in einem Artikel, wie die jüngeren Plattformen Twino und Mintos innerhalb kürzester Zeit den Marktanteil der deutlich älteren Plattform Bondora überholt haben.

Einer der Hauptgründe dafür ist die Rückkaufgarantie. Diese gibt den Anlegern eine Sicherheitsebene, auf die sie sich verlassen. Für die P2P-Plattformen bringt das für mehr neue Nutzer und Kapital, das sie mit der Investition in die Rückkaufgarantie indirekt bezahlen.

Kritik an der Rückkaufgarantie

Kritik an der Rückkaufgarantie gibt es vor allem bei der Begrifflichkeit „Garantie“, die schnell eine Sicherheit suggeriert, die möglicherweise unter Extrembedingungen nicht eingehalten werden kann. Aus diesem Grund hat die P2P-Plattform Mintos die Rückkaufgarantie in eine „Rückkaufverpflichtung“ umbenannt.

Zudem wirft die Rückkaufverpflichtung einige Fragen auf:

  • Was passiert, wenn die Prognose der Kredite, die die Plattform nach dem Rückkauf zurückholen kann, langfristig nicht getroffen wird?
  • Schafft die Rückkaufgarantie eine Intransparenz, weil Nutzer nicht mehr vollständigen Einblick haben, wie viele ihrer Kredite eigentlich ausgefallen wären?
  • Wie verhält sich die Rückkaufverpflichtung in einem wirtschaftlichen Abschwung, wenn viele Kredite nicht mehr bedient werden können?

Auf diese Fragen gibt es bislang nur Vermutungen, aber keine gesicherten Erfahrungswerte. Bisher funktionieren die Rückkaufverpflichtungen der P2P-Plattformen weitgehend reibungslos.

Alternativen

Eine Alternative zur Rückkaufgarantie bieten erstrangig besicherte Kredite, wie sie beispielsweise EstateGuru vermittelt. Den hierüber finanzieren Immobilien steht fast immer eine erstrangige Hypothek gegenüber.

Das bedeutet, dass EstateGuru im Falle eines Ausfalls das Geld für die Immobilie mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für ihre Investoren zurückholen kann. Dadurch hat es EstateGuru geschafft, bisher keine Ausfälle für die Investoren zu verzeichnen.

Weiterführende Links

Wenn du dich für das Thema P2P-Kredite interessierst, kannst du dich über diese Links weitergehend informieren.

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