P2P-Kredite Peer-to-Peer-Kredite Vermögensaufbau

Vermögensaufbau mit P2P-Krediten ist kein Sprint, sondern ein Marathon

Du willst schnell reich werden mit dem Investieren in P2P-Kredite? Vergiss es! Jeder, der dir das verspricht, hat entweder keine Ahnung, oder will dich in ein dubioses Geschäft quatschen. Investments in P2P-Kredite sind kein Sprint, sondern ein Marathon.

Vermögensaufbau geht (fast) nie schnell. Er braucht Zeit und Geduld und erfordert harte Arbeit und viel Einsatz – meist nicht mal finanziell, sondern mental.

Insbesondere bei langfristigen Geldanlagen, in unserem Beispiel hier in Peer-to-Peer-Kredite, wird das umso deutlicher. Auch wenn die Renditen bei P2P-Krediten sehr attraktiv sind, bedeutet das nicht, dass du von heute auf morgen steinreich wirst. Auch nicht übermorgen. Oder nächsten Monat. Oder nächstes Jahr. Das soll dich aber nicht abschrecken.

Buch-Tipp: Investieren in P2P-Privatkredite: Was man wissen sollte, wie man Fehler vermeidet und erfolgreich investiert

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Der Vermögensaufbau mit P2P-Krediten dauert lange – und das ist gut so

P2P-Kredite sind eine langfristige Geldanlage

Der Hintergrund ist einfach erklärt: P2P-Kredite vergibst du über einen langen Zeitraum. Steckst du zum Beispiel jetzt 1.000 Euro in P2P-Kredite, werden diese in verschiedenen Zeiträumen (unterschiedlich je nach Plattform, Kreditnehmer, etc.) abbezahlt.

Ein paar der Kredite laufen 12 Monate, manche 24 Monate, andere drei Jahre und wieder andere fünf Jahre. Gehen wir davon aus, dein maximales Investment pro Kredit sind 5 Euro und der Zeitraum liegt bei 36 Monaten (drei Jahre). Dann bedeutet das, dass du für diesen Kredit im Schnitt jeden Monat knapp 14 Cent an Tilgung zurückbekommst (plus Zinsen).

Insgesamt sind es knapp 28 Euro. Selbst bei Renditen von 10 Prozent pro Jahr machst du damit keine Luftsprünge – und das ist auch gut so. Denn am Ende profitierst du nicht von den Zinsen, sondern von den Zinseszinsen. Jeder Euro, der an Zinsen zurück kommt, sollte wieder reinvestiert werden (einige Plattformen machen das von sich aus, bei anderen musst du diese Option selbst aktivieren).

P2P-Kredite: Zinsen vs. Zinseszinsen

Um dir den Unterschied zu verdeutlichen, bleiben wir bei den 1.000 Euro und drei Jahren bei einer Rendite von 10 Prozent.

Rechnung mit Zinsen (Auszahlung jährlich)

Wenn du dir jedes Jahr deine Rendite auszahlst, sieht die Rechnung wie folgt aus:

Jahr 1: 1000 * 1,10 = 1.100 Euro (100 Euro Gewinn)
Jahr 2: 1000 * 1,10 = 1.100 Euro (100 Euro Gewinn)
Jahr 3: 1000 * 1,10 = 1.100 Euro (100 Euro Gewinn)
Gewinn gesamt: 300 Euro

Rechnung mit Zinseszinsen (Gewinn reinvestieren)

Reinvestierst du hingegen die Gewinne gleich wieder (und stellst sie der Plattform damit wieder zur Verfügung, um in neue Kredite zu investieren), profitierst du vom Zinseszins. Dann sieht die Rechnung wie folgt aus:

Jahr 1: 1.000 * 1,10 = 1.100 Euro (100 Euro Reinvest)
Jahr 2: 1.100 * 1,10 = 1.110 Euro (110 Euro Reinvest)
Jahr 3: 1.210 * 1,10 = 1.331 Euro
Gewinn gesamt: 331 Euro

In Summe macht das also ein Plus von 331 Euro oder 10,33 Prozent gegenüber dem kurzfristigen Handeln.

P2P-Kredite: Zieh die Sprintschuhe aus

Deshalb ist es wichtig, nicht auf kurzer Basis zu denken, sondern langfristig. Zieh dir die Sprintschuhe aus, lehn dich zurück und sieh dem Geld beim Wachsen zu. Nur so wirst du langfristig ein Vermögen aufbauen können. Wir haben das hier am Beispiel von P2P-Krediten erklärt. Das alles gilt aber auch für alle anderen Anlagen.

Plane also besser nicht mit einem Jahr, sondern mit 20, diversifiziere deine Investments gut, um das Risiko abzumindern und nutze mehrere Plattformen, um die besten Ergebnisse zu erzielen.


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Tobias Gillen
Tobias Gillen ist Unternehmer, Journalist, Buch-Autor und Investor. Neben seiner Position als Geschäftsführender Gesellschafter der BASIC thinking GmbH hat er 2017 das Online-Magazin FINANZENTDECKER gegründet. Seit 2020 ist er Mitglied bei »Leaders for Climate Action«.