Als Ergänzung zum MSCI World Index findet sich ein ETF auf den MSCI Emerging Markets Index in vielen Depots wieder. In unserem Guide erklären wir dir alles, was du über den Emerging Markets Index wissen musst – von Vor- und Nachteilen über die Kursentwicklung bis hin zu Alternativen.
Was ist der MSCI Emerging Markets Index?
Der MSCI Emerging Markets Index stellt das Pendant zum bekannten MSCI World Index dar. Die Emerging Markets umfassen derzeit (Stand: April 2025) 1.250 Unternehmen aus 24 Schwellenländern. Damit ist der MSCI Emerging Markets einer der wichtigsten Aktienindizes der Welt.
In jedem dieser Länder deckt der Index mit den nach Marktkapitalisierung größten börsennotierten Unternehmen pro Land rund 85 Prozent der Streubesitz-Marktkapitalisierung ab. Das heißt: Aktien, die nicht frei handelbar sind, weil sie von institutionellen Großanlegern gehalten werden, fallen nicht in die Berechnung.
Wie kannst du in den MSCI Emerging Markets Index investieren?
Die einfachste Möglichkeit, in den MSCI Emerging Markets Index zu investieren, ist ein Sparplan auf einen Index-ETF. Ein ETF ist ein Indexfonds, der an der Börse gehandelt wird und die Wertentwicklung eines Index nachbildet.
Als Anleger profitierst du dabei von einer sehr günstigen Kostenstruktur. Bei Brokern wie Trade Republic oder Scalable Capital kannst du ein kostenloses Depot eröffnen und kostenlos einen Sparplan auf einen MSCI World Emerging Markets ETF einrichten. Zudem kannst du unseren interaktiven Depot-Vergleich nutzen, um das für dich passende Depot zu finden.
Seit wann gibt es den MSCI Emerging Markets?
Der MSCI Emerging Markets Index wurde am 1. Januar 2001 veröffentlicht und ist somit noch deutlich jünger als das Vorbild – der World-Index. Zum Stichtag ist der Index mit 100 Punkten gestartet.
Für die Zeiträume vor dem offiziellen Start bis zurück ins Jahr 1988 setzen die Datenanbieter auf sogenannte Rückberechnungen. Die historischen Daten vor dem offiziellen Start fließen also aufgrund mathematischer Berechnungen in die Rendite-Entwicklung mit ein.
Aus welchen Ländern setzt sich der MSCI Emerging Markets zusammen?
Die Zusammensetzung des MSCI Emerging Markets Index befindet sich im stetigen Wandel. Die Auswahl erfolgt durch das sogenannte MSCI Equity Index Commitee (EIC). Dieses Kontrollgremium untersucht die sogenannte Free-Float-Marktkapitalisierung – also den Anteil an frei handelbaren Aktien.
Zum Start des Index waren 20 Länder enthalten, im Jahr 2025 sind es 24 Länder. Über einen langen Zeitraum war beispielsweise Russland im Index enthalten. Nach dem Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 entfernte MSCI Russland aus allen Indizes.
Die fünf größten Länder im MSCI Emerging Markets Index sind aktuell:
- China (30,65 Prozent)
- Taiwan (19,08 Prozent)
- Indien (16,86 Prozent)
- Südkorea (9,33 Prozent)
- Brasilien (4,24 Prozent)
Darüber hinaus gehören Chile, Kolumbien, Tschechien, Ägypten, Griechenland, Ungarn, Indonesien, Kuwait, Malaysia, Mexiko, Peru, die Philippinen, Polen, Katar, Saudi-Arabien, Südafrika, Thailand, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate zum MSCI World Emerging Marketings Index.
Welche Unternehmen nehmen die größte Rolle im MSCI Emerging Markets ein?
Als Herausgeber kontrolliert Morgan Stanley Capital International alle vier Monate die Zusammensetzung des Index. Dabei wird beispielsweise überprüft, ob es aufgrund von Veränderungen in der Marktkapitalisierung zu Verschiebungen in einzelnen Ländern gekommen ist.
Die größte Position hat einen Marktwert von 780 Milliarden US-Dollar, die Kleinste kommt auf 129 Millionen US-Dollar. Im Frühjahr 2025 sind im MSCI Emerging Markets Index 1.250 Unternehmen enthalten.
Die zehn größten Positionen sind:
- TSMC (9,99 Prozent)
- Tencent (5,11 Prozent)
- Alibaba (3,41 Prozent)
- Samsung (2,28 Prozent)
- HDFC Bank (1,43 Prozent)
- Meituan (1,32 Prozent)
- Xiaomi (1,31 Prozent)
- Reliance Industries (1,07 Prozent)
- China Construction Bank (1,04 Prozent)
- PDD Holdings (1,01 Prozent)
Bei der Analyse der Top Ten fällt auf, dass chinesische Unternehmen eine wichtige Rolle im Emerging Markets Index einnehmen. Auch in diesem Index gibt es also ein Ungleichgewicht. Allerdings fällt dieses deutlich geringer aus als im MSCI World Index, in dem mehr als 70 Prozent auf die USA entfallen.
Die fünf wichtigsten Sektoren sind:
- Informationstechnologie (23,68 Prozent)
- Finanzen (23,64 Prozent)
- Konsumgüter (14,26 Prozent)
- Kommunikation (10,09 Prozent)
- Industrie (6,3 Prozent)
Wie hat sich der MSCI Emerging Markets historisch entwickelt?
Seit dem Start am 1. Januar 2001 konnte der Index bis April 2025 auf über 1.120 Punkte zulegen. Das entspricht einer Gesamtrendite von über 1.000 Prozent. Wie hoch die jährliche Rendite ausfällt, hängt davon ab, welche Faktoren in die Analyse einbezogen werden.
💡 Hinweis
Als Anleger ist es wichtig zu wissen, dass die historische Entwicklung keinen Rückschluss auf die zukünftige Entwicklung einer Aktie oder eines Index zulässt. Trotzdem zeigt die historische Entwicklung des MSCI Emerging Markets, dass sich der Index in der Vergangenheit sehr gut entwickelt und nach Rücksetzern neue Hochs erreicht hat. Eine Garantie, dass dies in Zukunft so ist, gibt es nicht.
Werden die Dividenden reinvestiert oder nicht? In welcher Währung wird der MSCI Emerging Markets Index abgebildet – zwischen der US-Dollar-Variante und der Euro-Variante kommt es aufgrund von Wechselkursschwankungen zu Unterschieden von bis zu zwei Prozent zu Gunsten der US-Dollar-Variante.
Die durchschnittliche jährliche Rendite schwankt seit dem offiziellen Start zwischen sechs und sieben Prozent.
Welche Variationen des MSCI Emerging Markets gibt es?
Der MSCI Emerging Markets bildet die Wertentwicklung des gleichnamigen Kursindex ab. Die Währung ist dabei entweder US-Dollar oder Euro. Letzteres gilt zum Beispiel für Investoren aus Deutschland. Darüber hinaus gibt es noch einige Variationen.
Einige davon wollen wir dir vorstellen:
- Equal Weight: Bei der Equal Weight Variante des Emerging Markets Index werden alle enthaltenen Unternehmen gleich gewichtet. Dadurch wird der übermäßige Einfluss einiger Firmen (zum Beispiel: TSMC) minimiert und somit ein ausgeglichenes Bild gezeichnet.
- ESG: Für umweltbewusst denkende Anleger gibt es mit der ESG-Variante des Emerging Markets Index eine nachhaltige Alternative. Dabei wird darauf geachtet, dass die enthaltenen Unternehmen in puncto Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung) alle Kriterien erfüllen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
- China Tech 100: Da China für ETF-Anbieter wie MSCI zu den Schwellenländern zählt, sind chinesische Unternehmen nicht in den World-Indizes enthalten. Wer gezielt in die führenden Technologie-Unternehmen aus China (ohne Indien, Südkorea usw.) investieren möchte, kann dies über den MSCI China Tech 100 machen.
- Ex-China: Andersherum gibt es genauso die Möglichkeit, in alle Länder des Emerging Markets Index zu investieren – nur nicht in chinesische Unternehmen. Das geht mit einem sogenannten Ex-China-ETF, der alle Unternehmen aus der Volksrepublik China ausschließt. Das minimiert das politische Risiko, das es durch die Einflussnahme der chinesischen Regierung in die Wirtschaft in der Vergangenheit gegeben hat.
- MSCI ACWI: Wer keine Kombination aus World Index und Emerging Marktes Index möchte, findet im MSCI ACWI (All Country World Index) eine Alternative, der die Wertentwicklung von 2.600 Unternehmen aus Industriestaaten (World) und Schwellenländern (Emerging Markets) abbildet.
Welche Vorteile bietet der MSCI Emerging Markets Anlegern?
Der MSCI World Emerging Markets Index bietet dir als Investor die Möglichkeit, einfach und unkompliziert in die wichtigsten und größten Unternehmen aus Schwellenländern rund um den Globus zu investieren.
Über einen ETF-Sparplan auf einen Emerging Markets Index kannst du schon mit niedrigen monatlichen Beträgen in Wachstumsmärkte wie China, Indien, Taiwan, Südkorea oder Brasilien investieren, ohne dich mit schwierigen Käufen von Einzelaktien herumzuschlagen.
Die erzielte historische Rendite liegt deutlich über dem Niveau von Tagesgeld– oder Festgeldanlagen. Wer langfristig einen Emerging-Markets-ETF bespart und auch in Zeiten von fallenden Kursen keine Panik bekommt und vorschnell verkauft, erhält eine interessante Alternative im Vorsorge-Mix zur gesetzlichen Rente.
Welche Nachteile bringt der MSCI Emerging Markets Anlegern?
Zu den größten Nachteilen des MSCI Emerging Markets gehört die Zusammensetzung und Gewichtung des Index aufgrund der Marktkapitalisierung. Deshalb nehmen große Unternehmen einen übermäßig hohen Anteil im Index ein, was zu einer Ungleichverteilung führt. Alleine TSMC ist für zehn Prozent des Emerging-Markets-Index verantwortlich.
Hinzu kommt, dass einzelne Länder wie China (über 30 Prozent), Taiwan und Indien (beide über 15 Prozent) ebenfalls überproportional vertreten sind. Obwohl MSCI versucht, alle relevanten Schwellenländer abzubilden, ist die Kursentwicklung von der wirtschaftlichen Entwicklung einzelner Unternehmen und Staaten stark abhängig. Immerhin ist das Risiko deutlich besser auf mehrere Staaten verteilt als im MSCI World Index. Dort entfallen über 70 Prozent auf die USA.
Welche Beispiele für ETFs auf den MSCI Emerging Markets gibt es?
Bevor wir dir konkrete Beispiele für MSCI Emerging Markets ETFs nennen, wollen wir dich noch auf zwei Aspekte aufmerksam machen:
- Ausschüttende oder thesaurierende ETFs: Thesaurierende ETFs reinvestieren die erwirtschafteten Kapitalerträge (zum Beispiel Dividenden) automatisch in den ETF. Dadurch erhöht sich der Wert des ETF. Ausschüttende ETFs zahlen die erwirtschafteten Gewinne anteilig in Form von Dividenden aus, über deren Einsatz du frei entscheiden kannst.
- Replikationsmethode Bei einer physischen Replikation kauft der ETF-Anbieter alle Aktien selbst. Ein physisch replizierter ETF enthält demnach alle Firmen, die im Index enthalten sind. Bei einer synthetischen Replikation werden die Aktien nicht direkt gekauft, sondern nur über Tauschgeschäfte (Swaps) zwischen ETF-Anbieter und Bank nachgebildet.
Für alle Varianten haben wir dir je einen ETF auf den MSCI World Index herausgesucht.
- Ausschüttender MSCI Emerging Markets ETF: iShares (ISIN: IE00B0M63177; 0,18 Prozent TER)
- Thesaurierender MSCI Emerging Markets ETF: SPDR (ISIN: IE00B469F816; 0,18 Prozent TER)
- Physisch replizierter MSCI Emerging Markets ETF: Amundi (ISIN: LU1437017350; 0,2 Prozent TER)
- Synthetisch replizierter MSCI Emerging Markets ETF: Invesco (ISIN: IE00B3DWVS88; 0,19 Prozent TER)
Welche Alternativen zum MSCI Emerging Markets gibt?
Da der MSCI Emerging Markets Index neben seinen Vorteilen auch einige Schwächen hat, wollen wir zum Abschluss zwei Alternativen vorstellen.
- FTSE Emerging Markets Index: Die erste Alternative zum MSCI World Emerging Markets Index stammt vom britischen Indexanbieter FTSE. Auch FTSE versucht, die Emerging Markets abzudecken. Mit 1.800 Unternehmen aus 27 Ländern ist der Index breiter aufgestellt. Vor allem bei der Länderauswahl gibt es Unterschiede. So wertet MSCI Südkorea beispielsweise als Schwellenland, FTSE dagegen als Industriestaat. Bei der ETF-Auswahl ist es folglich ratsam, die Länderdefinition des Indexanbieters zu kennen.
- MSCI Emerging Markets IMI: Eine weitere Alternative stammt von MSCI selbst. Der IMI – Investable Market Index – verfolgt das Ziel, die enthaltenen Märkte vollumfänglich abzudecken. Während der klassische Index rund 85 Prozent der Marktkapitalisierung in jedem Land abdeckt, kommt der IMI auf 99 Prozent. Das liegt daran, dass im IMI nicht nur große und mittlere Unternehmen, sondern auch kleine börsennotierte Unternehmen (sogenannte Small Caps) berücksichtigt werden. Deshalb enthält der Emerging Markets IMI auch mehr als 3.000 Unternehmen.
Auch andere Indexanbieter wie S&P oder Solactive haben Produkte zum Emerging Markets Index im Portfolio. Dabei unterscheiden sich je nach Anbieter die Zusammensetzung, die Rebalancing-Intervalle oder die Gewichtung. Für Anleger lohnt es sich also, die einzelnen Angebote zu vergleichen.
Als Ergänzung zu einem MSCI World ETF ist ein Sparplan auf einen Emerging Markets ETF eine interessante Option.
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