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Anleihen: Die wichtigsten Fragen und Begriffe erklärt

Anleihen gelten als risikoarme Möglichkeit der Geldanlage. In unserem Anleihen-Guide erklären wir dir, was Anleihen sind, wie sie sich von Aktien unterscheiden und welche Vorteile und Nachteile Anleihen mit sich bringen.

Was sind Anleihen und wie funktionieren sie?

Anleihen sind festverzinste Wertpapiere mit einer festen Laufzeit, die an der Börse gehandelt werden. Neben Anleihen werden auch synonym die Begriffe „Bonds“, „Rentenpapiere“, „Obligationen“ und „Schuldverschreibungen“ verwendet. Wir sprechen der Einfachheit halber einfach von Anleihen.

Hinter einer Anleihe steckt ein Kredit. Das heißt: Wenn du eine Anleihe zeichnest, gewährst du als Anleger einer Firma (Unternehmensanleihen) oder einem Staat (Staatsanleihen) über einen festgelegten Zeitraum einen Kredit. Diese Anleihen kannst du an der Börse handeln, du kannst sie also weiterverkaufen oder dir Anleihen von anderen Anlegern kaufen.

Im Gegenzug bekommst du vom Herausgeber der Anleihe (zum Beispiel dem Staat Deutschland oder dem Unternehmen Adidas) regelmäßige Zinszahlungen, den sogenannten Kupon. Am Ende der Laufzeit der Anleihe bekommst du zudem dein investiertes Geld (Nennwert) vom Herausgeber der Anleihe wieder zurückgezahlt.

💡 Hinweis

Dieser Guide richtet sich primär an Investoren, die noch keine Anleihen im Depot haben. Das ist beispielsweise bei einigen Beispielen bei der Kursentwicklung entscheidend.

Die wichtigsten Begriffe rund um Anleihen im Glossar

Wir haben in unserer Erklärung dazu, was Anleihen sind, schon zwei spezifische Begriffe für Anleihen verwendet – Kupon und Nennwert. Neben diesen beiden Wörtern gibt es noch einige weitere Begriffe, die im Kontext mit Anleihen eine besondere Bedeutung haben. Wir wollen sie dir kurz erklären, bevor wir tiefer ins Thema einsteigen.

1. Kupon

Hinter dem Begriff „Kupon“ stecken die Zinszahlungen einer Anleihe. Deshalb fällt auch manchmal der Begriff des „Zinskupons“. Die Höhe des Kupons ist zum Start der Anleihe festgelegt und bleibt über die Laufzeit unverändert. Die Zinszahlung durch den Herausgeber der Anleihe erfolgt jährlich auf dein Konto. Anleger profitieren nicht direkt vom Zinseszinseffekt. Sie müssten den Kupon also wieder in andere Anleihen oder andere Anlagen investieren.

2. Nennwert

Der Nennwert (oder Nominalwert) einer Anleihe ist der Teilbetrag der Schuld, den der Herausgeber einer Anleihe durch die Ausgabe einer Anleihe aufnimmt. Der Nennwert ist also der Wert, den du in eine Anleihe investierst und den du nach Ablauf des Zeitraums zurückbezahlt bekommst – unabhängig von der Entwicklung der Anleihe.

3. Kurswert

Der Kurswert einer Anleihe entspricht dem aktuellen Wert einer Anleihe. Dieser kann höher oder tiefer ausfallen als der Nennwert. Dabei spielt die Zinsentwicklung eine entscheidende Rolle. Den Zusammenhang erklären wir später ausführlich in diesem Text.

Der Kurswert selbst wird in Prozent angegeben. Liegt der Kurswert bei 100 Prozent, ist er deckungsgleich mit dem Nennwert. Ein Kurs von 110 Prozent bedeutet, dass der Wert einer Anleihe im Vergleich zum Nennwert um 10 Prozent gestiegen ist.

Im Gegensatz zu Festgeldern hast du die Möglichkeit, Anleihen auch vor Ablauf der festgelegten Laufzeit an der Börse zu verkaufen. Das ist besonders attraktiv, wenn der Kurswert einer Anleihe deutlich steigt.

4. Rendite

Da Anleihen an der Börse gehandelt werden und von der Zinsentwicklung während der Laufzeit abhängig sind, entspricht der Kupon nicht automatisch der Rendite einer Anleihe. Um die Rendite einer Anleihe zu berechnen, müssen die Kursentwicklung der Anleihe, die Entwicklung der Zinsen und die Entwicklung der Kosten berücksichtigt werden.

5. Restlaufzeit

Anhand der Restlaufzeit einer Anleihe kannst du als Anleger ermitteln, wann die Rückzahlung des Nennwerts einer Anleihe fällig wird.

💡 Beispiel

Du kaufst eine Anleihe mit einem Nennwert von 1.000 Euro und einem Kupon von 4,5 Prozent. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre. Das heißt: Du bekommst jedes Jahr 45 Euro an Zinszahlungen ausgeschüttet. Nach fünf Jahren bekommst du deine anfangs investierten 1.000 Euro zurückgezahlt. Der Kurswert deiner Anleihe kann sich über die Laufzeit trotzdem verändern. Das solltest du berücksichtigen.

Warum fallen Anleihen, wenn die Zinsen steigen?

Die Entwicklung der Zinsen und die Kursentwicklung von Anleihen stehen in einem direkten, umgekehrten Abhängigkeitsverhältnis zueinander. Wenn also die Zinsen steigen, fallen die Kurse von Anleihen bis zu einem gewissen Punkt. Warum ist das so?

  • Nehmen wir an, dass an Tag X das Unternehmen A eine Anleihe A mit einem Kupon von 1,0 Prozent und einer Laufzeit von fünf Jahren herausgibt.
  • Nach einem Jahr steigen die Leitzinsen von 1,0 Prozent (Tag X) auf 2,0 Prozent (ein Jahr später).
  • Um also weiterhin Geld über Anleihen einsammeln zu können, muss Unternehmen A den Kupon für neue Anleihen (Anleihe B) auch auf 2,0 Prozent erhöhen, um mit dem Markt konkurrieren zu können und neues Geld einzusammeln.
  • Das wiederum hat zur Folge, dass die alten Anleihen (Anleihe A) von Tag X an Kurswert verlieren, weil der Kupon mit 1,0 Prozent deutlich unattraktiver ist.
  • Der Kurs von Anleihe A fällt soweit, bis die Rendite von Anleihe A und Anleihe B sich aufgrund des Kursverlusts von Anleihe A angeglichen haben (wenn du also den höheren Nennwert der Anleihe mit einem geringeren Kurswert kaufen kannst). Dann wird Anleihe A für Käufer wieder interessanter.

Das Zinsänderungsrisiko stellt also für Anleger, die in Anleihen investieren und diese vor Ablauf der Laufzeit verkaufen wollen, ein großes Risiko dar. Anleger, die ihre Anleihe dagegen bis zum Ende der Laufzeit halten, bekommen ihren investierten Betrag (Nennwert) sowie die Zinszahlungen unabhängig vom aktuellen Kurswert vollkommen zurückerstattet.

💡 Lesetipp

Wir haben dir eine Anleitung erstellt, mit der du Schritt für Schritt deine ersten Anleihen kaufen kannst.

Warum steigen Anleihen, wenn die Zinsen fallen?

Wenn die Zentralbanken sich nach einer längeren Phase der Hochzinspolitik dazu entscheiden, die Zinsen schrittweise wieder zu senken, tritt ein umgekehrter Prozess in Kraft.

  • Unternehmen B hat Anleihe C mit einem Kupon von 4,0 Prozent und einer Laufzeit von fünf Jahren an Tag Y herausgegeben.
  • Ein Jahr später sind die Leitzinsen von 4,0 Prozent (Tag Y) auf nur noch 2,0 Prozent gesunken (ein Jahr später.)
  • Unternehmen B kann aufgrund der gesunkenen Zinsen deutlich günstiger Geld einsammeln und gibt Anleihe D mit einem Kupon von 2,0 Prozent heraus.
  • Da Anleihe C mit 4,0 Prozent und einer Restlaufzeit von vier Jahren deutlich attraktiver ist als Anleihe D steigt der Kurswert von Anleihe C.
  • Der Kurs von Anleihe C steigt solange bis die Rendite von Anleihe C aufgrund des Kursanstiegs genauso hoch ist wie die Rendite von Anleihe D.

Fallende Zinsen sind also vor allem für Anleihen-Anleger spannend, die nicht den Plan verfolgen ihre Anleihen bis zum Laufzeitende zu halten, sondern die Anleihen vor Laufzeitende mit einem Kursgewinn wieder zu verkaufen.

Welches Risiko und welche Nachteile haben Anleihen?

Obwohl Anleihen durch die feste Laufzeit, die feste Verzinsung und die Rückzahlung des investierten Betrags eine eher risikoarme Anlageform sind, gibt es drei Risiken für Anleger.

1. Keine Einlagensicherung

Während Aktien als Sondervermögen und andere Geldanlagen wie Tagesgelder oder Festgelder bis zu einem Betrag von 100.000 Euro durch die Einlagensicherung geschützt sind, gibt es bei Anleihen keinen Schutz für Anleger.

Im Fall einer Insolvenz des Herausgebers zählt der von dir über die Anleihe gewährte Kredit nicht als Sondervermögen, sondern dein Geld wird Teil der Insolvenzmasse des Emittenten. Du trittst also als Gläubiger auf und hast im Insolvenzverfahren eine Chance auf eine Erstattung.

Anders sieht es übrigens bei nachrangigen Anleihen aus. Da stehst du in der Rangfolge der Gläubiger dann sehr weit hinten. Das erklären wir später im Text noch.

2. Totalverlust

Bei Anleihen gibt es wie bei Aktien das Risiko des Totalverlusts. Das passiert dann, wenn der Herausgeber einer Anleihe zahlungsunfähig wird. Um das Risiko einzuschätzen, kannst du auf die Bonität des Herausgebers schauen. Staaten mit einer sehr hohen Bonität – Deutschland hat die Spitzenbonität AAA – haben ein sehr geringes Ausfallrisiko. Dafür sind die gewährten Kupons niedriger („Rendite kommt von Risiko“).

Staaten mit einer sehr schlechten Bonität – Argentinien hat beispielsweise CCC+ – zahlen hohe Kupons. Dafür ist auch das Ausfallrisiko sehr hoch, weil Staaten mit schlechter Bonität auch anfälliger für eine Zahlungsunfähigkeit sind. Die Bonität lässt sich gleichermaßen auf Unternehmen und andere Emittenten übertragen.

Hier findest du die Bonitäten der drei wichtigsten Ratingagenturen für viele verschiedene Länder (Stand: Q1/2024).

Land S&P Moody’s Fitch
Belgien AA Aa3 AA-
China A+ A1 A+
Deutschland AAA Aaa AAA
Estland AA- A1 A+
Finnland AA+ Aa1 AA+
Frankreich AA Aa2 AA-
Griechenland BBB- Ba1 BBB-
Großbritannien AA Aa3 AA-
Irland AA Aa3 AA-
Italien BBB Baa3 BBB
Japan A+ A1 A
Luxemburg AAA Aaa AAA
Niederlande AAA Aaa AAA
Österreich AA+ Aa1 AA+
Portugal BBB+ A3 A-
Schweiz AAA Aaa AAA
Spanien A Baa1 A-
USA AA+ Aaa AA+

3. Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko betrifft nur Investoren, die ihre Anleihen vor Ablauf der festgelegten Dauer verkaufen wollen. Wie bereits beschrieben, haben steigende und fallende Zinsen direkte und umgekehrte Auswirkungen auf den Kurs von Anleihen.

Wer beispielsweise aufgrund eines finanziellen Notfalls darauf angewiesen ist, seine Anleihen vorzeitig zu verkaufen, kann insbesondere in Zeiten von steigenden Zinsen durch das Kursrisiko Verluste mit Anleihen machen. Daher empfiehlt es sich, nur das Geld in Anleihen zu investieren, das man sicher nicht braucht.

Welche Vorteile bieten Anleihen?

Wenn du als Anleger planst, in Anleihen zu investieren, ist es wichtig, die genannten Risiken im Hinterkopf zu behalten. Trotzdem sind Anleihen eine interessante Möglichkeit, um Stabilität in dein Depot zu bringen.

Insbesondere Anleihen von Emittenten mit einer sehr hohen Bonität eignen sich als sichere Form der Geldanlage für kurz-, mittel- und langfristige Anleger. Bundesanleihen mit einer 15-jährigen Laufzeit haben Mitte Juni 2024 beispielsweise einen Kupon von 2,6 Prozent.

Das heißt: Du bekommst jedes Jahr über 15 Jahre hinweg Zinsen vom Staat Deutschland gutgeschrieben und bekommst nach Ablauf der Zeitspanne deinen investierten Betrag wieder zurück, wenn Deutschland noch zahlungsfähig ist, was – basierend auf der Bonität – sehr wahrscheinlich ist. Anleihen mit einer hohen Bonität verbinden also regelmäßige Zinszahlungen mit einer hohen Sicherheit.

Neben den garantierten Zinszahlungen bieten dir Anleihen im Vergleich zum Festgeld die Option, sehr schnell an dein Geld zu gelangen. Das hängt damit zusammen, dass Anleihen an der Börse gehandelt werden. Du kannst also jederzeit deine Anleihe zum aktuellen Kurs verkaufen und somit in wenigen Bankhandelstagen über dein Geld verfügen.

Das heißt: Du kannst deine 15-jährige Bundesanleihe auch schon nach zehn Jahren verkaufen, wenn du auf das Geld angewiesen bist. Das geht bei einer Festgeldanlage während der Laufzeit nicht.

Wir halten also fest: Anleihen bieten Sicherheit, regelmäßige Zinszahlungen und ein hohes Maß an Flexibilität. In Zeiten von fallenden Zinsen hast du durch die steigenden Anleihenkurse zudem noch die Chance, deine Rendite bei einem vorzeitigen Verkauf zu erhöhen.

Welche Anleihen-Arten gibt es?

1. Staatsanleihen

Staatsanleihen sind Anleihen, die von Ländern – wie beispielsweise Deutschland – herausgegeben werden. Die Laufzeit variiert dabei zwischen wenigen Monaten und mehreren Jahrzehnten. Abhängig von der Bonität eines Landes können Staatsanleihen eine sehr risikoarme Form der Geldanlage sein.

2. Unternehmensanleihen

Nicht nur Staaten, sondern auch Unternehmen können Anleihen herausgeben, um Geld einzusammeln. Wenn Adidas neues Kapital benötigt, kann Adidas eine Anleihe herausgeben und auf diese Art Geld an der Börse einsammeln.

Je besser es um die finanzielle Situation eines Unternehmens bestellt ist, je größer ein Unternehmen ist und je länger es existiert, desto sicherer sind Unternehmensanleihen

Mit höherer Laufzeit steigen die Kupons von Unternehmensanleihen, weil theoretisch das Risiko einer Insolvenz aufgrund unvorhergesehener wirtschaftlicher Entwicklungen steigt.

3. Pfandbriefe

Pfandbriefe sind eine Unterform der Unternehmensanleihen. Sie zeichnen sich durch ein besonders hohes Maß an Sicherheit aus, weil im Fall einer Insolvenz zusätzliche Sicherungsmaßnahmen vorliegen. Nur von der BaFin dafür legitimierte Banken dürfen Pfandbriefe herausgeben.

Das heißt: Du als Anleger leihst der herausgebenden Pfandbriefbank Geld für einen festgelegten Zeitraum und einem festen Zinssatz. Ein Verkauf an der Börse ist nur über die herausgebende Bank möglich. Pfandbriefe sind also sehr sicher, büßen dafür allerdings bei der Flexibilität ein.

4. Wandelanleihen

Eine weitere Form der Unternehmensanleihen sind Wandelanleihen. Dabei handelt es sich zunächst um reguläre Unternehmensanleihen mit einer festgelegten Laufzeit und einem festen Kupon.

Darüber hinaus erhältst du als Anleger bei Wandelanleihen ein sogenanntes Wandlungsrecht. Dadurch kannst du während der Laufzeit deiner Anleihe deine Anleihe gegen Aktien des Unternehmens umtauschen. Eine Rückabwicklung (also anschließend wieder zurücktauschen) ist nicht möglich.

Beim Kauf der Anleihe ist bereits festgelegt, wie viele Aktien du im Fall einer Wandlung bekommst. Darüber hinaus fallen für den Umtausch deiner Anleihe in Aktien Kosten an. Dabei handelt es sich um den Wandlungspreis, der ebenfalls vorher festgelegt ist.

Wandelanleihen stellen somit ein Bindeglied zwischen Aktien und Anleihen dar. Auf die Unterschiede gehen wir später im Text ein.

5. Hochzinsanleihen

Hochzinsanleihen sind eine Unterform der Staatsanleihen und Unternehmensanleihen. Dabei handelt es sich um Anleihen, die von Emittenten herausgegeben werden, die mit der Bonität BB oder schlechter beurteilt sind.

Dazu gehören beispielsweise Brasilien, Südafrika, die Türkei oder die Ukraine. Da das Ausfallrisiko bei diesen Emittenten höher ist, können Anleger im Umkehrschluss mit sehr hohen Zinsen rechnen.

6. Nachrangige Anleihen

Nachrangige Anleihen sind riskanter als Staats- und Unternehmensanleihen mit hoher Bonität. Das liegt daran, dass Anleger im Fall der Insolvenz des Schuldners ihr Geld nachrangig erhalten – also erst nach der Ausbezahlung aller anderen Gläubiger. Das gesteigerte Risiko wird für Anleger durch höhere Kupons ausgeglichen.

Wer darf Anleihen ausgeben?

Als Herausgeber von Anleihen fungieren in der Regel

  • Banken und Kreditinstitute
  • Staaten, Bundesländer, Städte und andere öffentliche Körperschaften
  • Unternehmen

Da der Emissionsprozess von Anleihen viele wirtschaftliche und rechtliche Hürden beinhaltet (Genehmigung von Behörden, Platzierung an Wunschbörse, Erstellung eines Prospekts, fristgerechte Auszahlung von Kupons und Rückzahlung der Anleihe etc.) gibt es nur wenige kleine und mittelständische Unternehmen, die durch Anleihen Geld einsammeln.

Trotzdem gibt es immer wieder Beispiele von nicht-börsennotierten Firmen wie der Wiener Feinbäckerei Heberer, die Anleihen im Wert von mehreren Millionen Euro herausgegeben und zurückgezahlt haben. Das ist allerdings eher die Ausnahme als die Regel.

Was ist der Unterschied zwischen Aktien und Anleihen?

Gemeinsamkeiten von Aktien und Anleihen

Bevor wir auf die Unterschiede zwischen Aktien und Anleihen eingehen, wollen wir zunächst einmal die Gemeinsamkeiten aufzeigen. Durch Aktien und Anleihen investierst du dein Geld in Unternehmen – bei Aktien erwirbst du direkt Anteile, bei Anleihen leihst du einem Unternehmen Geld.

Beide Geldanlageformen handelst du bequem über dein Depot. Wenn du noch kein Depot hast, findest du hier unseren interaktiven Depot-Vergleich und hier eine gute Anleitung, worauf es ankommt.

Du kannst Anleihen und Aktien also börsentäglich kaufen und verkaufen – allerdings sind sie auch den Schwankungen der Börse ausgesetzt – Aktien deutlich stärker als Anleihen. Zuletzt werfen sowohl Anleihen (Zinskupon) als auch Aktien (Dividende und Kursgewinn) Erträge für dich als Anleger ab.

Besonderheiten von Aktien

Neben diesen Gemeinsamkeiten gibt es auch Unterschiede. Der größte Unterschied besteht darin, dass du als Aktionär Eigentumsanteile an einem Unternehmen erwirbst. Du partizipierst direkt an Erfolgen (Kursgewinne), wirst an den Gewinnen beteiligt (durch Dividenden) und leidest in schlechten Zeiten (Kursverluste und Dividendenkürzung).

Als Aktionär hast du ein Verwaltungsrecht, das dir die Teilnahme an der Hauptversammlung ermöglicht, und ein Stimmrecht, um über die Gewinnausschüttung, die Entlastung des Vorstands und andere Entscheidungen abzustimmen. Durch das Bezugsrecht profitierst du als bestehender Aktionär zudem von günstigeren Preisen für neue Aktien, wenn ein börsennotiertes Unternehmen neue Aktien durch eine Kapitalerhöhung ausgibt.

Besonderheiten von Anleihen

Bei Anleihen dagegen trittst du als Kreditgeber auf. Du leihst durch die Zeichnung einer Anleihe einem Unternehmen oder einem Staat dein Geld und wirst damit zum Gläubiger. Du bist also nicht direkt am Unternehmen oder am öffentlichen Apparat beteiligt. Dafür erhältst du vom Herausgeber der Anleihen regelmäßige, vorher festgelegte Zinszahlungen sowie das Versprechen, dass du dein investiertes Geld zum Ende der Anleihe zurückbekommst.

Solange du keine riskanten Hochzinsanleihen handelst, bieten dir Anleihen mehr Sicherheit und zuverlässige Zinszahlungen. Dafür sind die Renditechancen bei Aktien höher, da Kursgewinne durch eine positive Unternehmensentwicklung höher ausfallen können.

Zuletzt bieten dir Anleihen die Möglichkeit, von sehr vertrauenswürdigen Staaten mit einem hohen Sicherheitsniveau finanziell zu profitieren. Das geht über Staatsanleihen – oder Bundesanleihen in Deutschland. Aktien von einem Staat kannst du dagegen nicht kaufen.

Abschließend lässt sich festhalten, dass weder Aktien noch Anleihen besser oder schlechter sind. Bei der Entscheidung kommt es darauf an, wie wichtig dir Faktoren wie mögliche Rendite und zuverlässige Zinszahlungen als passive Form des Einkommens sind. In einem breitgestreuten Portfolio haben beide Geldanlageformen ihre Berechtigung.

Bei welchem Broker kann ich Anleihen handeln?

Da Anleihen eine fortgeschrittene Form der Geldanlage sind, bieten nicht alle Broker den Handel mit Anleihen an. Um dich an den Handel mit Anleihen heranzutasten, bietet sich ein Depot bei Trade Republic an. Durch die niedrigen Handelskosten beim Neobroker-Marktführer kannst du relativ unkompliziert erste Erfahrungen sammeln.

Für erfahrenere Anleger, die größere Summen investieren wollen und einen zuverlässigen Service erwarten, empfehlen wir ein Depot bei einer Direktbank. Dabei bieten sich beispielsweise die Comdirect und die Consorsbank mit mehreren 10.000 Anleihen an.

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Christian Erxleben ist ausgebildeter Journalist mit Erfahrung in den Bereichen Technologie, Wirtschaft und Gesundheit. Neben seiner Arbeit für FINANZENTDECKER als Experte für Finanzprodukte, ist er beim Diakoniewerk Martha-Maria tätig. Er investiert aktiv in Aktien und ETFs.