Gold Guide Gold kaufen in Gold investieren
DepositPhotos

Gold Guide: So kaufst und verwahrst du physisches Gold sicher

Physisches Gold gilt als krisensicheres Investment, das dein Anlageportfolio um einen robusten Investment-Baustein ergänzt. In unserem Gold Guide erklären wir dir, was physisches Gold ist, was beim Kauf und der Lagerung von Goldbarren und Goldmünzen wichtig ist – und wie du seriöse Goldhändler schnell und zuverlässig erkennst.

Was ist physisches Gold?

Physisches Gold ist Gold in seiner Reinform. Für dich als Anleger ist physisches Gold ein haptischer Gegenstand – zum Beispiel in Form von Goldbarren oder Goldmünzen –, den du selbst besitzt oder verwahrst (oder verwahren lässt in einem Bankschließfach).

Im Gegensatz dazu bilden Gold-ETFs oder Gold-ETCs nur die Wertentwicklung von Gold ab. Du partizipierst also an der Rendite, verfügst allerdings nicht selbst über das Gold.

Warum ist physisches Gold als Anlageform beliebt?

Physisches Gold hat eine lange Geschichte. Schon in der Antike nutzten Händler Goldmünzen als Zahlungsmittel. Während Währungen wie der US-Dollar oder der Euro von politischen und wirtschaftlichen Faktoren abhängig sind und durch Inflation an Wert verlieren können, hat Gold als Rohstoff einen festen Gegenwert.

Damit ist Gold insbesondere in Krisenzeiten ein Inflationsschutz, über den du zu 100 Prozent verfügst. Durch den physischen Besitz bist du nicht von Drittparteien – wie ETF-Emittenten – abhängig.

Welche Formen von physischem Gold gibt es?

Es gibt unterschiedliche Formen von physischem Gold. Die drei beliebtesten Formen sind Schmuck, Goldmünzen und Goldbarren. Dabei ist Schmuck – also zum Beispiel Goldketten und Goldringe – nur bedingt als Investment geeignet, da einerseits der Reinheitsgrad stark variiert und der Goldpreis durch Designaufschläge in die Höhe getrieben wird.

Goldbarren

Goldbarren werden von Goldraffinerien und Banken geprägt. Sie existieren in Standardgrößen zwischen 1 Gramm und bis zu 12,5 Kilogramm. Dabei gilt: Je schwerer der Goldbarren ist, desto niedriger ist der Spread (Aufschlag), den du als Käufer zahlst. Je leichter ein Goldbarren (oder eine Goldmünze) ist, desto höher ist der Anteil der Herstellungs- und Vertriebskosten, die an dich als Investor weitergegeben werden.

💡 Wichtig

Achte beim Kauf von Goldbarren auf eine von der Londoner Rohstoffbörse LBMA zertifizierte Reinheit von 999,9 Tausendstel. Dadurch stellst du sicher, dass du beim Verkauf keine Abschläge wegen Unreinheit bezahlst. Hinzu kommt: Ab einem Reinheitsgrad von 995 Tausendstel entfällt die Mehrwertsteuerpflicht deines Goldes.

Goldmünzen

Wenn du keinen Goldbarren kaufen willst, bieten sich Goldmünzen als Alternative an. Bei Goldmünzen ist der Spread aufgrund des geringeren Gewichts höher. Dafür sind die Anschaffungskosten geringer, was für den Einstieg in physisches Gold relevant ist.

Einige Münzen – zum Beispiel Krügerrand, Maple Leaf oder Australian Kangaroo  – werden in unlimitierter Auflage hergestellt. Dadurch gibt es keinen Aufschlag durch einen möglichen Sammlermarkt und einen großen Markt für einen potenziellen Wiederverkauf.

💡 Eine Feinunze

Für Goldmünzen ist die Feinunze besonders relevant. Dabei handelt es sich um eine historische Messeinheit. Eine Feinunze Gold sind etwas mehr als 31 Gramm Gold. Die meisten Goldmünzen werden in Unzen – von 0,1 bis 1,0 Feinunzen Gold – gemessen. Auch der aktuelle Goldpreis an der Börse entspricht dem Gegenwert einer Feinunze Gold.

Wie hat sich der Wert von physischem Gold historisch entwickelt?

Der Goldpreis ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs kontinuierlich gestiegen. Dabei war der 15. August 1971 ein entscheidender Wendepunkt. An diesem Tag entschied der damalige US-Präsident Richard Nixon, dass die seit 1944 geltende Goldpreisbindung zu je 35 US-Dollar je Feinunze aufgelöst wird.

Durch das Ende der Dollar-Gold-Bindung ist Gold als Rohstoff weltweit frei handelbar geworden. Dadurch kommt es einerseits zu höheren Preisschwankungen, andererseits zu steigenden Goldpreisen.

Der historisch höchste Goldkurs je Feinunze wurde Ende Januar 2026 bei 5.570 US-Dollar erreicht. Im März 2026 bewegt sich der Goldkurs bei knapp 5.400 US-Dollar nur wenige Prozentpunkte unter dem historischen Allzeithoch. Den aktuellen Tageskurs kannst du jederzeit bei der Deutschen Börse einsehen.

Wichtig: Physisches Gold hat sich über Jahrzehnte hinweg dafür geeignet, die eigene Kaufkraft zu erhalten – unabhängig von Währungsschwankungen. Die tatsächlich erzielte Goldrendite hängt jedoch stark vom Einstiegszeitpunkt ab. Deshalb eignet sich physisches Gold eher als Absicherung gegen die Inflation und gegen Währungsrisiken und weniger als Rendite-Objekt.

Physisches Gold ergänzt ein breit gestreutes Portfolio aus Aktien, Anleihen und Kryptowährungen und fungiert dabei als Stabilitätsanker.

Wo kann ich physisches Gold kaufen?

Wenn du als Anleger physisches Gold kaufen möchtest, stehen dir unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung.

  • Die erste Option sind überregionale Goldhändler mit Filialniederlassungen in Deutschland. Dazu gehört beispielsweise die Degussa oder Pro Aurum. Diese Goldhändler bieten dir den Vorteil, dass du vor Ort bei einem vertrauenswürdigen Partner Gold kaufen kannst. Für diesen Service (Niederlassungen, Personal vor Ort etc.) zahlst du im Gegenzug einen Aufschlag, was deine Rendite schmälert.
  • Die zweite Option sind Banken. Bei der Commerzbank oder der Unicredit kannst du ebenfalls vor Ort in der Filiale Gold in Form von Goldmünzen oder Goldbarren kaufen. Deine gewünschte Goldmenge bestellst du vorher bequem online. Auch hier zahlst du für die garantierte Reinheit und die hohe Vertrauenswürdigkeit einen Preisaufschlag, erhältst dafür im Gegenzug auch die Sicherheit. Dafür bekommst du mit einem Bankschließfach zugleich eine Lagermöglichkeit angeboten.
  • Die dritte Option sind Online-Vergleichsportale wie Gold.de und Gold-Preisvergleich.de. Dort findest du übersichtlich die besten Angebote für Goldbarren, Goldmünzen und andere Edelmetalle. Von den Vergleichsportalen aus gelangst du direkt zu den jeweiligen Händlern. Du profitierst von besseren Preisen und hast zudem den Vorteil, dass diese Portale als Türsteher nur seriöse Anbieter ins eigene Verzeichnis aufnehmen. Du hast also Sicherheit mit Blick auf die Vertrauenswürdigkeit eines Anbieters und die Qualität des Goldes.
  • Die vierte Option sind Golddepots (zum Beispiel: Willbe Golddepot) oder physisch hinterlegte ETCs (zum Beispiel: EUWAX Gold Core). In beiden Fällen investierst du per Sparplan oder per Einmalkauf direkt in physisches Gold. Dieses Gold liegt allerdings in einem Fremdtresor (zum Beispiel bei der Liechtensteinischen Landesbank in Vaduz). Auf Wunsch kannst du dir dein Gold gegen einen Aufpreis persönlich zustellen lassen. Du profitierst beim Kauf von geringeren Aufschlägen und einer sicheren Verwahrung und kannst bei Bedarf mit einem gewissen zeitlichen Verzug darauf zugreifen.

Welche Goldkurse sind relevant?

Bevor du dich dazu entscheidest, eine Goldmünze oder einen Goldbarren zu kaufen, solltest du einige Kurse beachten und einfache Berechnungen anstellen.

  1. Zuerst schaust du den aktuellen Referenzkurs der LBMA (London Bullion Market Association) an. Dabei handelt es sich um den internationalen Branchenverband für den Handel mit Gold und Silber in London. Der Goldkurs wird zweimal täglich aktualisiert.
  2. Im zweiten Schritt schaust du dir den aktuellen Börsenpreis für Gold an. Dafür bietet sich zum Beispiel der Xetra-Goldkurs an. Dieser zeigt dir den aktuellen Goldkurs für eine Feinunze Gold. Das ist die Standardeinheit.
  3. Im letzten Schritt berechnest du den Aufschlag des Händlers. Das geht so: „Händlerpreis-Börsenpreis = Aufschlag“. Für den prozentualen Aufschlag rechnest du: „(Händlerpreis: Börsenpreis – 1)*100“. Achte darauf, dass du auf die Währung achtest, in der du physisches Gold kaufen willst – also in Euro oder US-Dollar, um Wechselkursschwankungen zu berücksichtigen.

Je niedriger der Aufschlag des Händlers ist, desto besser ist das Angebot. Die Liechtensteinische Landesbank verlangt beim Willbe Golddepot beispielsweise standardmäßig 0,5 Prozent. Werte im niedrigen einstelligen Prozentbereich sind vertretbar.

Wichtig: Wenn der Händlerpreis deutlich unter dem Börsenkurs liegt, sollte dies für dich ein Warnsignal sein. Dokumentiere aktuelle Kurse und trete in Kontakt mit dem Händler. Zu niedrige Preise sind ein Hinweis auf fehlende Zertifikate, fehlende Seriennummern oder Fälschungen.

Worauf muss ich achten, wenn ich physisches Gold kaufen will?

Nachdem du weißt, wie du ein seriöses Angebot erkennst, geben wir dir einige Leitlinien an die Hand, damit beim Kauf von Goldmünzen oder Goldbarren keine Probleme auftreten. Dabei geht es primär darum, die Seriosität eines Händlers zu erkennen und die Echtheit des physischen Goldes zu identifizieren.

  • Achte darauf, dass dein Händler ein Mitglied im Berufsverband des deutschen Münzfachhandels e.V ist. Alle Händler des Berufsverbands haben Verpflichtungen unterschrieben, für die Echtheit aller verkauften oder versteigerten Goldmünzen oder Goldbarren zu garantieren.
  • Achte darauf, dass die Hersteller der Goldbarren eine LBMA-Zertifizierung besitzen. Das garantiert höchste Qualität und einen unkomplizierten Weiterverkauf.
  • Achte auf eine transparente Preisgestaltung. Seriöse Händler orientieren sich stets am aktuellen Börsenpreis. Sie legen weder deutlich darunter noch deutlich darüber. Ebenso wichtig: Alle Ankaufs- und Verkaufspreise werden transparent und offen kommuniziert.
  • Achte auf Prägezeichen und Echtheitsmerkmale. Dazu gehören bei Barren die Prägung eines zertifizierten Herstellers, der Feingold-Gehalt (999.9), die Prägung der Gewichtsangabe sowie die Seriennummer. Hinzu kommen modernere Methoden wie Hologramme auf Barren, Radiallinien auf Münzen, die eine Lichtreflektion erzeugen, oder spezielle Lasergravuren (zum Beispiel winzige Ahornblätter beim Maple Leaf).
  • Achte darauf, dass der Händler dir einen versicherten Transport und Versand anbietet. Seriöse Anbieter arbeiten mit spezialisierten Werttransport-Firmen zusammen.
  • Achte darauf, dass in Deutschland der Kauf von physischem Gold bis zu einer Summe von 1.999,99 Euro anonym möglich ist. Ab 2.000 Euro sind Händler dazu verpflichtet, Ausweise zu kontrollieren. Geschieht dies nicht, ist Vorsicht geboten.
  • Achte auf die Bewertungen von Online-Händlern. Einerseits hilft die Listung bei führenden Portalen wie Gold.de, weil dort nach Zuverlässigkeit gelistet wird. Andererseits hilft der Kontrollblick bei „Trusted Shops“ und Google, um anhand der Bewertungen einen Eindruck von der Seriosität zu gewinnen.

Sammlermünzen vs Anlagemünzen

Ein letzter wichtiger Aspekt beim Kauf von physischem Gold ist die Unterscheidung zwischen Sammlermünzen und Anlagemünzen (Bullionmünzen). Gerade als Einsteiger solltest du darauf achten, Anlagegold und keine Sammlerstücke zu kaufen.

  • Anlagemünzen orientieren sich am aktuellen Goldpreis. Der entstehende Aufschlag ist gering und beläuft sich in der Regel auf ein bis fünf Prozent. Die beliebtesten Anlagemünzen sind Krügerrand (Südafrika), Maple Leaf (Kanada), Wiener Philharmoniker (Österreich), Australian Kangaroo (Australien), Britannia (Großbritannien), American Eagle (USA) oder American Buffalo (USA). Sie allesamt haben den sogenannten „Stempelglanz“, was dem Standard für Massenproduktion entspricht.
  • Sammlermünzen dagegen sind teurer, weil die Seltenheit, das Alter und der Zustand eine Rolle spielen. Dementsprechend hoch sind auch die Aufschläge, die zum Teil mehr als 20 Prozent zum eigentlichen Goldwert ausmachen. Die Motive sind oft Sonderprägungen und historische Motive.

Wenn du physisches Gold kaufen willst, um einen Sicherheitsanker in deinem Portfolio zu haben, sind Anlagemünzen die richtige Wahl.

Ab einem Preisaufschlag von mehr als zehn Prozent kannst du davon ausgehen, dass es sich um Sammlermünzen handelt. Diese sind nur bedingt für den Werterhalt von Gold geeignet und benötigen auch immer einen Käufer, der ebenfalls bereit ist, den Aufschlag zu zahlen.

Seriöse Verkaufsstellen von physischem Gold: Der Schnellcheck

Wir haben dir bereits einige hilfreiche Werkzeuge an die Hand gegeben, damit du seriöse Anbieter besser erkennen kannst. Zum Abschluss geben wir dir noch zwei Schnell-Checks an die Hand.

Der Online-Schnellcheck

Die maximale Sicherheit bieten dir zertifizierte und überwachte Anbieter wie die Degussa oder Großbanken. Dafür zahlst du einen Aufschlag. Auch im Internet kannst du seriöse Anbieter finden – selbst, wenn du deren Namen nicht kennst. Diese drei Fragen helfen dir als Leitplanken:

  1. Ist der Händler bei Gold.de oder Gold-Preisvergleich.de gelistet und hat dort gute Bewertungen über einen langen Zeitraum? Beide Portale prüfen Händler vor einem Listing intensiv und agieren als Türsteher für die Seriosität der Branche.
  2. Liegt das Angebot deutlich unter dem aktuellen Goldpreis? Kein seriöser Händler verkauft echtes Feingold unter seinem Marktwert. Dafür ist Gold als Anlageform zu beständig.
  3. Welche Zahlungsarten werden angeboten? Wenn ein Händler ausschließlich Vorkasse anbietet, ist Vorsicht geboten. Zwar kann eine Bezahlung per Vorkasse notwendig sein, um den aktuellen Goldpreis zu binden. Allerdings solltest du dann genau überprüfen, ob andere Kriterien (LBMA-Zertifizierung, Bundesverband etc.) erfüllt sind.

Der Vor-Ort-Schnellcheck

Wenn du bei einem Goldhändler vor Ort eine Münze kaufst, gibt es auch einige Kniffe, mit denen du schnell die Seriosität eines Händlers erkennst. Grundsätzlich gilt dabei: Wenn ein Händler keine Echtheitszertifikate und Kaufbelege vorweisen kann, solltest du den Laden verlassen. Gleiches gilt, wenn der Händler dich versucht, schnell zum Kauf zu drängen.

  1. Der Abmessungscheck: Gold hat eine sehr hohe Dichte (19,32 g/cm³). Fälschungen aus Wolfram sind dicker oder breiter. Verlange nach einer Feinwaage. Eine Krügerrand-Goldmünze wiegt zum Beispiel immer 33,931 Gramm (31,1 Gramm Gold + 2,83 Gramm zulegiertes Kupfer). Abweichungen vom Gewicht sind also verdächtig. Hilfreich dabei sind sogenannte Münzfische. Das sind standardisierte Messgeräte, mit denen du Gewicht, Durchmesser und Dicke von Anlagemünzen in kürzester Zeit prüfen kannst.
  2. Die Materialprüfung: Seriöse und moderne Händler bieten digitale Messgeräte zur elektrischen Leitfähigkeit von Münzen an. Diese Messgeräte zeigen dir den Goldgehalt einer Münze an. Eine Krügerrand-Münze besteht zum Beispiel zu 91,66 Prozent aus Gold und der Rest ist Kupfer. Reine Goldmünzen wie das Maple Leaf bestehen zu 100 Prozent aus Gold (Pure Gold). Tauchen andere Metalle auf, ist Vorsicht geboten. In diesen Fällen leuchten Messgeräte ohnehin in roter Farbe auf.
  3. Zuletzt kannst du mit einem sehr starken Neodym-Magneten oder einer Magnetwaage eine Goldmünze oder einen Goldbarren untersuchen oder um eine Untersuchung bitten. Gold selbst ist nicht magnetisch und darf also keine Reaktion zeigen. Andere Metalle wie Wolfram sind dagegen leicht magnetisch. Eine magnetische Reaktion ist also ein Zeichen auf Unreinheit.

Physisches Gold kaufen: Welche Kosten entstehen für dich?

Wer physisches Gold kaufen will, denkt zuerst an den Goldpreis. Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Kosten, die auf dich als Anleger zukommen.

Spread (Aufgeld)

Der erste Kostenpunkt ist der Spread (Aufgeld), den dein Händler verlangt. Damit bezahlst du die Kosten des Händlers, die Versicherung, die Lagerung und die Gewinnmarge. Je kleiner das Investment ist, desto höher fällt der Spread prozentual aus. Das heißt: Das Aufgeld ist bei einem 1-Kilogramm-Goldbarren niedriger als bei einer Feinunze Gold.

Logistik und Versand

Wenn du bei einem Online-Händler Gold kaufen willst, kommen Versandkosten auf dich zu. Sie liegen im niedrigen bis mittleren zweistelligen Bereich. Das geschieht, weil der Standard-Versand via DHL oder Hermes nicht genügt.

Stattdessen kommen Wertlogistiker wie Prosegur zum Einsatz. Diese bieten einen umfassenden Versicherungsschutz auch bei sechsstelligen Wertsummen, eine neutrale Verpackung, eine lückenlose und kontrollierte Logistikkette, Diskretion und schließlich eine persönliche Übergabe mit Ausweiskontrolle.

Lagerung und Versicherung

Sobald das Gold bei dir angekommen ist, entstehen für dich Kosten für die Lagerung. Die Mindestanschaffung ist ein zertifizierter Tresor für dein Zuhause. Diese bekommst du ab einer Summe von 1.000 Euro – je höher der Sicherheits- und Widerstandsgrad, desto teurer wird der Heimtresor.

Alternativ kannst du dein physisches Gold in einem Bankschließfach lagern. Die laufenden Kosten sind mit rund 100 Euro im Jahr zwar überschaubar. Allerdings sind oftmals nur Summen bis zu 5.000 Euro versichert. Wie gefährlich das sein kann, hat erst kürzlich der spektakuläre Sparkassenraub in Gelsenkirchen gezeigt.

Falls du mit der gebotenen Versicherungssumme nicht zufrieden bist, kannst du privat eine Höherversicherung abschließen. Die Kosten orientieren sich dabei an den getroffenen Sicherheitsvorkehrungen von Banken und anderen Lagerorten.

Die sichere Variante ist ein Hochsicherheitstresor. In einem solchen lagert zum Beispiel auch Willbe dein Gold. Die laufenden Kosten belaufen sich in der Regel auf rund ein Prozent des Lagerwerts. Sie fallen also höher aus als bei Banken. Dafür erhältst du maximale Sicherheitsstandards und einen vollständigen Versicherungsschutz.

Wiederverkauf

Entscheidest du dich dazu, dein physisches Gold wieder zu verkaufen, kann es sein, dass der Händler eine niedrige Gebühr für die Echtheitsprüfungen verlangt.

Steuerlich gesehen ist der Gewinn aus dem Verkauf von physischem Gold nach einer Haltedauer von einem Jahr von der Einkommensteuer befreit. Verkaufst du nach weniger als zwölf Monaten, liegt die Freigrenze bei 1.000 Euro. (Paragraf 23 im Einkommensteuergesetz) Sobald du über dieser Freigrenze von 1.000 Euro liegst, musst du deine gesamten Gewinne versteuern. Damit du dich gegenüber dem Finanzamt ausweisen kannst, solltest du Kaufbelege und Quittungen dringend aufbewahren.

Wie bereits beschrieben, entfällt beim Kauf von Anlagegold (Paragraf 25c Umsatzsteuergesetz) die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent, wenn der Feinheitsgehalt bei Goldbarren bei mehr als 995 Tausendstel liegt und bei Goldmünzen, wenn der Feinheitsgehalt bei mehr als 900 Tausendstel liegt, die Prägung nach dem Jahr 1800 stattgefunden hat und die Münzen im Herkunftsland ein gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren.

Wie verwahre ich physisches Gold sicher?

Wer sein physisches Gold sicher verwahren möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Die wichtigsten Details haben wir schon bei den Lagerungskosten erklärt.

Physisches Gold zuhause lagern

Wenn du dich dazu entscheidest, dein physisches Gold zuhause aufzubewahren, solltest du einen Tresor mit VdS-Zertifizierung der Klasse 0 oder 1 kaufen. Bei einem geringen Eigengewicht solltest du einen Fachmann beauftragen, deinen Tresor fest und sicher in der Wand oder am Boden zu verankern.

Darüber hinaus solltest du deine Hausratversicherung überprüfen. In der Regel gibt es für Gold eine festgelegte Versicherungssumme, die du – je nach Goldbestand – erhöhen solltest. Und zuletzt: „Schweigen ist Gold“. Du solltest niemandem von deinem Tresor erzählen, um keine Gefahr keimen zu lassen.

Physisches Gold extern lagern

Als externe Lagerstellen für dein physisches Gold bieten sich Bankschließfächer und Hochsicherheitstresore an. Bankschließfächer sind günstiger, haben allerdings eine niedrige Versicherungssumme und sind zudem an Bankschließtagen zum Teil nicht erreichbar. Du hast also keinen vollständigen Versicherungsschutz und keinen vollständigen Zugriff.

Hochsicherheitstresore sind teurer, bieten dafür in der Regel einen vollständigen Versicherungsschutz und ein deutlich höheres Sicherheitsniveau an. Außerdem sind sie losgekoppelt vom regulären Bankensystem in Deutschland. Die sicherste Variante sind somit Hochsicherheitstresore. Je nach Goldmenge sind die höheren anfallenden Kosten für die gebotene Sicherheit deines physischen Goldes vertretbar.

Fazit zum Gold-Guide von FINANZENTDECKER

Physisches Gold stellt einen krisenbeständigen Sicherheitsbaustein für dein Depot dar. Insbesondere bei starken Schwankungen des Aktien- und Anleihenmarkts steigen Goldkurse oftmals. Die Beimischung von physischem Gold zu deiner Anlagestrategie hilft dir in Krisenzeiten, ein zusätzliches Sicherheitsnetz aufzubauen.

Hier weiterlesen: Willbe Golddepot: Günstig und sicher per Sparplan in physisches Gold investieren

Christian Erxleben ist ausgebildeter Journalist mit Erfahrung in den Bereichen Technologie, Wirtschaft und Gesundheit. Neben seiner Arbeit für FINANZENTDECKER als Experte für Finanzprodukte, ist er beim Diakoniewerk Martha-Maria tätig. Er investiert aktiv in Aktien und ETFs.