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Cash-Quote: Warum, wieso, weshalb – und wie hoch?

Beim Investieren hört man häufig den Begriff Cash-Quote. Doch was ist die Cash-Quote eigentlich, wie hoch sollte sie sein und wann macht sie Sinn? All das klären wir in diesem Beitrag.

Was ist die Cash-Quote?

Die Cash-Quote ist der Teil deines Vermögens, den du in Barmitteln hältst und (noch) nicht investiert hast. Ein Beispiel: Wenn dein Vermögen 10.000 Euro beträgt, du 7.000 Euro in Aktien investiert und 3.000 Euro auf deinem Verrechnungskonto liegen hast, dann beträgt deine Cash-Quote 30 Prozent.

Eine gewisse Cash-Quote zu halten, macht immer dann Sinn, wenn einem beispielsweise der Markt aktuell zu teuer erscheint und man auf eine günstige Einstiegsgelegenheit zum Kauf wartet. Kommt diese Gelegenheit und man ist voll investiert (also zu 100 Prozent), fehlen einem natürlich die Mittel für solche Käufe.

Wichtig: Nicht verwechseln mit Rücklagen!

An dieser Stelle ein ganz wichtiger Rat: Die Cash-Quote ist nicht deine finanzielle Rücklage. Deine Rücklagen sind für schlechte Zeiten da. Die verwendest du genauso wenig für Aktienkäufe wie du deine Cash-Quote für die neue Waschmaschine verwendest.

Deine finanzielle Rücklage kannst du am besten mit dem 3-Konten-Modell von deinem täglichen Ausgabenkonto und deinen Investments trennen.

Wie hoch sollte die Cash-Quote sein?

Wie hoch die Cash-Quote sein sollte, ist sehr individuell und schwer allgemeingültig zu beantworten. Gesucht wird ein vernünftiges Mittelmaß, denn…

… die Cash-Quote sollte nicht zu hoch sein

Schließlich möchtest du, dass dein Geld für dich arbeitet. In unserer Nullzins-Phase bringt dir dein Geld auf dem Girokonto oder auf dem Tagesgeldkonto keine Zinsen. Beim Festgeld gibt es auch nur mininmale Renditen. Durch die Inflation (ca. 2 Prozent pro Jahr) nimmt die Kaufkraft deines Geldes dadurch sogar noch ab.

Wenn deine Cash-Quote also zu hoch ist, dann muss dein investiertes Geld die dadurch fehlende Rendite auch noch ausgleichen, also genügend erwirtschaften, um deine Cash-Quote gegen die Inflation zu schützen.

Machen wir ein Beispiel:

Du strebst 10 Prozent Rendite auf dein Vermögen von 10.000 Euro an, also 1.000 Euro. Bei einer Cash-Quote von 50 Prozent, müssen deine investierten 5.000 Euro schon 20 Prozent Rendite holen, um dieses Ziel zu erreichen (Inflation nicht berücksichtigt). Deutlicher wird es mit dieser Tabelle:

InvestiertCash-Quotenötige Rendite
10.000 €0 €10,00 %
9.000 €1.000 €11,11 %
8.000 €2.000 €12,50 %
7.000 €3.000 €14,29 %
6.000 €4.000 €16,67 %
5.000 €5.000 €20,00 %
4.000 €6.000 €25,00 %
3.000 €7.000 €33,33 %
2.000 €8.000 €50,00 %
1.000 €9.000 €100,00 %

Bei nur investierten 1.000 Euro und einer Cash-Quote von 90 Prozent, muss dein investiertes Geld schon eine Rendite von 100 Prozent holen, sich also innerhalb eines Jahres verdoppeln, um dein Ziel zu erreichen. Du siehst: Zu hohe nicht investierte Barmittel sind nicht gut für deine Rendite.

… die Cash-Quote sollte nicht zu niedrig sein

Auf der anderen Seite ist eine zu hohe Menge an Barmitteln auch nicht gut. Schließlich verdienst du dann das meiste Geld an der Börse, wenn andere Anleger ihre Aktien in Panik auf den Markt werfen und du sie möglichst günstig einsammeln kannst. Das geht natürlich nur, wenn du auch über freie Mittel verfügst, die du investieren kannst.

Wovon hängt die Cash-Quote ab?

Du erhoffst dir nun sicher eine Empfehlung von uns, die können wir dir aber nicht geben. Die richtige Höhe der Cash-Quote hängt ganz maßgeblich von deinen Zielen, deinem Anlagehorizont, deiner Strategie und deinen finanziellen Mitteln ab.

Viele Experten empfehlen eine Cash-Quote ca. 15 bis 20 Prozent, andere plädieren für ein Vollinvestment (Optimisten) oder eine deutlich höhere Cash-Quote (Pessimisten)

Wichtig ist für viele, dass sie das Gefühl loswerden sollten, auf den nächsten Crash „zu warten“. Der nächste Crash kann morgen kommen oder erst in 10 Jahren. Tritt letzteres ein, hast du 10 Jahre Rendite verpasst, weil du zu viele Barmittel gehalten hast.

Zudem ist auch klar: Ein richtiger Crash kommt nicht heute und geht morgen wieder. Wenn du also beispielsweise eine feste Spar-Quote und einen sicheren Job hast, dann muss deine Quote nicht so hoch sein. Schließlich kannst du in dem Jahr, den zwei Jahren, den drei Jahren, die der Markt abtaucht, die Barmittel wieder aufbauen, die du für deine Käufe brauchst.

Fazit: Es gibt kein „richtig“

Du siehst also: Es gibt hierbei kein richtig oder falsch. Du musst für dich eine Summe finden, mit der du dich wohl fühlst und die deinen Zielen am besten entspricht und die deine Risikotoleranz am besten berücksichtigt.

Wenn du noch auf der Suche nach einem passenden Depot bist, empfehlen wir dir einen Blick auf die besten Depots für ETF-Sparpläne oder auf unseren Vergleich Direktbanken vs. Discount-Broker.


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