Du brauchst eine Kreditkarte? Dann solltest du keine voreiligen Entscheidungen treffen. In unserem Guide erklären wir dir, welche Kostenfallen es bei Kreditkarten gibt – und welche Banken die für dich passende, günstige Kreditkarte haben.
1. Jahresgebühr
Hinter der Jahresgebühr verbergen sich die Kosten, die du jährlich für die Nutzung deiner Kreditkarte bezahlst. Sie fällt unabhängig davon an, wie oft du deine Karte verwendest. Du zahlst für die Ausstellung deiner Karte.
Mit der Jahresgebühr decken Banken einen Teil ihrer Kosten ab – zum Beispiel für die Verwaltung, für das Service-Personal oder Exklusivleistungen. Die Umweltbank fördert zum Beispiel mit deinen Einlagen gezielt ökologische und soziale Projekte. Um dieses Ziel zu verfolgen, ist auch eine Kreditkartengebühr fällig. Diese liegt bei der Umweltbank bei 29 Euro im Jahr. Die Preise variieren und reichen bis zu 80 Euro im Jahr.
Unsere Empfehlung, um Kosten zu sparen: Wenn du auf der Suche nach einer kostenlosen Kreditkarte ohne Jahresgebühr bist, kannst du dir zum Beispiel die Barclays Visa Kreditkarte oder die Hanseatic Bank GenialCard ansehen.
2. Gebühren beim Bezahlen
Sobald du mit deiner Kreditkarte eine Rechnung in einem Restaurant oder im Internet bezahlst, fallen für die Kartennutzung Kosten an – zum Beispiel für die Nutzung der Netzwerke von Visa oder Mastercard. Im Ausland kommen dann noch Umrechnungsgebühren in andere Währungen (zum Beispiel: von Euro in Schweizer Franken oder US-Dollar) und die sogenannten Interbankenentgelte hinzu, die für die Zahlungs- und Prozessabwicklung zwischen zwei Geldhäusern entstehen.
Der größte Kostenpunkt beim Bezahlen im Ausland mit Kreditkarte sind die Fremdwährungsgebühren. Diese fallen bei jeder Kartenzahlung erneut an und belaufen sich auf ein bis drei Prozent der Summe. Für eine Restaurantrechnung in Höhe von 100 Euro zahlst du also ein bis drei Euro für die Verwendung deiner Kreditkarte. Wenn du viel im Ausland zahlst, werden die Fremdwährungsgebühren schnell zur Kostenfalle.
Unsere Empfehlung, um Kosten zu sparen: Die TF Bank vereint mit ihrer Mastercard Gold das Beste aus beiden Welten: Du kannst weltweit kostenlos bezahlen und hast keine Fremdwährungsgebühr.
3. Bargeldabhebung
Bei der Bargeldabhebung kommen gleich mehrere Kostentreiber zusammen. An erster Stelle verlangen die Automatenbetreiber für die Nutzung ihrer Netzwerke ein Entgelt. Das gilt insbesondere für den Einsatz im Ausland.
An zweiter Stelle kommen die Banken. Für sie entstehen durch Bargeldabhebungen Kosten, weil sie das Bargeld vorhalten müssen und dadurch unter anderem Kosten für die Sicherheit entstehen. Diese Kosten werden an dich weitergereicht.
Wenn du zudem noch im Nicht-Euro-Ausland Geld abhebst, entstehen zusätzliche Gebühren für die Umrechnung deines Geldes in eine Fremdwährung (Fremdwährungsgebühren). Bevor du deine Kreditkarte einsetzt – insbesondere im Ausland – solltest du dir anschauen, wie hoch die Kosten für den Einsatz sind.
Unsere Empfehlung, um Kosten zu sparen: Die beste Lösung dafür sind Kreditkarten, die weltweit kostenlose Bargeldabhebungen anbieten. Dazu gehören beispielsweise die Hanseatic Bank DKK Classic oder die Barclays Visa.
4. Kreditkarteneinsatz im Ausland
Bei der Kreditkartennutzung im Ausland handelt es sich um eine der größten Kostenfallen für dich als Anwender. Diese entstehen durch:
- Fremdwährungsgebühren: Für das Bezahlen von Rechnungen im Nicht-Euro-Ausland muss dein Geld (Euro) in die jeweilige Landeswährung (zum Beispiel: US-Dollar) umgewandelt werden. Für diese Umrechnung werden in der Regel Gebühren in Höhe von ein bis drei Prozent des Umsatzes fällig.
- Zahlungsabwicklung: Für die Abwicklung aller Prozesse beim Bezahlen oder Abheben fallen Kosten von Automatenbetreibern, Netzwerkanbietern wie Visa oder Mastercard und den Partnerbanken an. Auch diese Kosten werden an dich weitergegeben.
Bevor du in den Urlaub fährst, ist es deshalb wichtig, dich mit den jeweiligen Begebenheiten vor Ort und den anfallenden Kosten deines Kreditkartenanbieters zu beschäftigen. Hier unterscheiden wir zwischen folgenden drei Kategorien:
Inland und Euro-Ausland
Solange du in deinem Heimatland unterwegs bist, fallen für Kreditkartenzahlungen in der Regel keine Kosten an. Gleiches gilt für den Einsatz in anderen europäischen Ländern mit dem Euro als Landeswährung (zum Beispiel: Frankreich, Spanien oder Italien).
Europäisches Ausland (Nicht-Euro-Länder)
Im europäischen Ausland – zum Beispiel in Dänemark oder Schweden – bist du von Fremdwährungsgebühren betroffen. Für die Umrechnung von Euro in Dänische Kronen oder Schwedische Kronen fallen Umrechnungsgebühren in Höhe von ein bis drei Prozent an. Das ist vor allem für Bargeldabhebungen relevant.
Beim Bezahlen im Supermarkt oder Restaurant kannst du wählen, ob du in Euro oder der Währung des Landes bezahlen möchtest. Dabei solltest du immer die nationale Währung wählen, um zusätzliche Umrechnungsgebühren zu vermeiden.
Ebenso solltest du – wenn möglich – mit Karte bezahlen und auf Bargeldabhebungen verzichten, weil in vielen anderen Ländern Kartenzahlungen deutlich verbreiteter sind als in Deutschland und du dir die Zusatzkosten für die Bargeldabhebung sparst.
Weltweit
Sobald du Europa verlässt und weltweit unterwegs bist – zum Beispiel in den USA, Thailand oder Mexiko – kommen zu den Fremdwährungsgebühren noch weitere Kosten hinzu. Dazu gehören Automatengebühren, internationale Netzwerkkosten und schlechtere Wechselkurse.
Je weiter du dich geografisch von Deutschland entfernst, desto wichtiger ist es, dass du dich vor deinem Auslandsaufenthalt über die passende Kreditkarte informierst.
5. Mahn- und Verzugsgebühren
Wenn das Konto, mit dem deine Kreditkarte verbunden ist, nicht ausreichend gedeckt ist, wirst du vom Gläubiger abgemahnt. Wenn du deine Rechnung nicht, nicht rechtzeitig oder nicht vollständig bezahlst oder bezahlen kannst, wirst du abgemahnt. Die erste Mahnung ist dabei als Aufforderung kostenlos. Jede weitere Mahnung wird mit Kosten im niedrigen, einstelligen Bereich berechnet – je nach Versand und Verarbeitungsaufwand.
Die Höhe der Verzugszinsen für Privatpersonen ist vom Gesetzgeber im Paragraf 288 im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. Demnach liegt der Verzugszinssatz fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz. Im Jahr 2026 ergibt das nach Bekanntgabe der Bundesbank einem Zinssatz von 6,27 Prozent (1,27 Prozent Basiszins + 5,0 Prozent).
Unsere Empfehlung, um Kosten zu sparen: Wenn du dich nicht mit Abmahnungen und hohen Verzugsgebühren ärgern möchtest, solltest du stets darauf achten, dass dein Kreditkartenkonto ausreichend gedeckt ist. Da die Höhe der Gebühren gesetzlich geregelt ist, gibt es keine Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Kreditkartenherausgebern.
6. Sollzinsen
Neben den Mahn- und Verzugsgebühren kommen auf dich zudem noch die Sollzinsen zu, wenn du deine Schulden nicht komplett oder rechtzeitig begleichst oder eine Ratenzahlung nutzt. Die Sollzinsen werden ab dem Tag der Transaktion bis zur Begleichung berechnet und unterscheiden sich je nach Finanzinstitut. Sie beginnen im mittleren einstelligen Prozentbereich und reichen bis knapp an die 20-Prozent-Grenze.
Bei den Sollzinsen gibt es neben der klassischen Charge-Kreditkarte, bei der du den vollen Betrag in einem Stück am Ende des Monats zurückzahlen musst und keine Zinsen zahlst, wenn du das auch tatsächlich machst, noch ein paar Alternativen, die teuer werden können:
6.1 Prepaid-Kreditkarten
Eine einfache Lösung, um Sollzinsen zu vermeiden, sind Prepaid-Kreditkarten. Diese lädst du mit einem bestimmten Geldbetrag auf, den du im Anschluss ausgeben kannst. Im Gegensatz zu den klassischen Kreditkarten (Charge-Kreditkarten) kannst du Prepaid-Kreditkarten nicht überziehen, weswegen auch keine Sollzinsen anfallen.
Alternativ kannst du auch Debitkarten mit Kreditkarten-Funktionen nutzen. In unserem Vergleich von Debitkarten und Kreditkarten gehen wir ausführlich auf die Vor- und Nachteile ein. Achte hierbei aber darauf, dass manche Banken einen Dispo erlauben (und damit eine Überziehung).
6.2 Revolving-Kreditkarten
Besonders gefährlich sind Revolving-Kreditkarten. Ein prominentes Beispiel dafür ist die Amazon Prime Visa Kreditkarte. Bei den Revolving-Kreditkarten wird nicht der komplette ausstehende Betrag bezahlt, sondern nur ein festgesetzter Prozentsatz.
Somit entsteht ein teurer, fortlaufender Ratenkredit, auf den Sollzinsen anfallen. Solltest du im Besitz einer solchen Revolving-Kreditkarte sein, solltest du überprüfen, ob du von der Ratenzahlung auf eine Vollabbuchung deiner Schulden umstellen kannst, um die Sollzinsen zu vermeiden (möglich bei der Amazon-Karte).
6.3 Ratenzahlung
In leichter Abwandlung zu den Revolving-Kreditkarten bieten einige Kreditkarten auch die Möglichkeit einer Ratenzahlung an. Das heißt: Du kannst größere Beträge automatisch in mehrere Raten aufteilen. Mit der TF Bank Mastercard kannst du beispielsweise eine Ratenzahlung in Anspruch nehmen, zahlst dafür allerdings drei Prozent (mindestens 30 Euro im Monat) an Zinsen.
Unsere Empfehlung, um Kosten zu sparen: Achte bei deiner Kreditkarte darauf, dass es sich um eine klassische Charge-Kreditkarte handelt, bei der ausstehende Schulden auf einen Schlag beglichen werden. Wenn du nicht um Teilzahlungen umhinkommst, achte darauf, sie möglichst schnell zu begleichen, um möglichst wenige Sollzinsen zu bezahlen.
7. Service-Leistungen (neue Kreditkarte, Partnerkarte etc.)
Der letzte Kostenpunkt sind Service-Leistungen rund um deine Kreditkarte. Dazu gehören beispielsweise die Ausstellung einer Partnerkarte oder die Ausstellung einer neuen Kreditkarte nach Verlust oder Diebstahl.
Diese Kosten entstehen, weil jede Kreditkarte neu produziert, personalisiert und sicher verschickt werden muss. Für die Sperrung und Identitätsüberprüfung wird zudem Zeit von Bankmitarbeitern in Anspruch genommen, was zu Personalkosten führt, die an dich weitergegeben werden.
Während Partnerkarten in Kombination mit einem Gemeinschaftskonto in der Regel kostenlos sind, fallen für Ersatzkarten Gebühren im niedrigen bis mittleren zweistelligen Bereich an. Relativ günstig ist dabei die DKB Cash Kreditkarte, bei der die Ersatzkarte nur 10 Euro kostet.
Unsere Empfehlung, um Kosten zu sparen: Wenn du eine Kreditkarte suchst, bei der keine Ersatzkosten anfallen, ist die Amex Blue von American Express die richtige Kreditkarte für dich. Bei der Barclays Visa bekommst du dafür bis zu drei kostenlose Partnerkarten für deine Familie.
Was ist die beste Kreditkarte für dich?
Neben den oben genannten Tipps kannst du auch einfach unseren interaktiven Kreditkartenvergleich nutzen und die für dich passende Kreditkarte finden. Außerdem haben wir für dich schon ein Ranking mit den zehn besten, kostenlosen Kreditkarten erstellt.
Noch mehr sparen? Hier findest du unsere Spar-Tipps bei Girokonten, hier unsere Spar-Tipps beim Aktienkauf.


























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