Physisches Silber ist eine interessante Kombination aus Wertsicherung in Krisenzeiten und einem sehr begehrten Industriemetall mit hoher Nachfrage in Zukunftstechnologien. In unserem Silber Guide erklären wir dir, was physisches Silber ist, welche Formen es gibt, worauf du bei Kauf und Lagerung von Silbermünzen und Silberbarren achten musst – und wie du seriöse Silberhändler vor Ort und im Internet erkennst.
Was ist physisches Silber?
Physisches Silber ist Silber in seiner Reinform. Während du als Anleger über ETCs, ETFs oder Zertifikate indirekt an der Wertentwicklung profitierst, liegt physisches Silber haptisch greifbar in deinem Tresor (oder bei der Bank).
Dabei stellt physisches Silber eine spannende Kombination dar. Einerseits ist physisches Silber ein Edelmetall, das in Form von Silberbarren oder Silbermünzen als Wertanlage dient. Andererseits ist Silber ein Industriemetall, das in der Photovoltaik, in der Medizintechnik und in der Elektronik stark nachgefragt ist.
Warum ist physisches Silber als Anlageform beliebt?
Silber hat eine lange Geschichte. Bereits im 5. Jahrtausend vor Christus verwendeten antike Kulturen physisches Silber in der Schmuckherstellung oder als Handelsware und Währung.
Dabei kommt Silber etwa 20-mal häufiger als Gold in der Erdkruste vor. Auch in Deutschland gibt es vereinzelte Silbervorkommen – zum Beispiel im Erzgebirge und im Schwarzwald. Die größten Silberproduzenten der Welt sind mittlerweile Mexiko, Peru, China und Russland.
Heute nimmt Silber eine Doppelrolle ein. Einerseits ist Silber – wie Gold – in abgeschwächter Form ein Inflationsschutz. Als Edelmetall und Rohstoff hat Silber einen festen Gegenwert, der nur teilweise von der geopolitischen Situation abhängig ist.
Andererseits ist Silber ein wichtiges Industriemetall mit steigender Nachfrage. Das wiederum führt dazu, dass der Silberpreis aufgrund der Angebots- und Nachfrage-Situation viel stärker schwankt als der Goldpreis.
Welche Formen von physischem Silber gibt es?
Physisches Silber tritt in unterschiedlichen Formen auf. Als Wertanlage eignen sich Silberbarren und Silbermünzen am besten. Schmuck eignet sich nur bedingt, da der Reinheitsgrad stark variiert und der Preis durch den Markenaufpreis in die Höhe getrieben wird. Auch Altsilber – zum Beispiel alte 5- und 10-DM-Münzen – haben zwar teilweise einen relativ hohen Silbergehalt, sind allerdings kein zuverlässiger Wertbestand mehr.
Silberbarren
Silberbarren weisen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis auf. Gegossene Silberbarren beginnen bei 250 Gramm und reichen bis hin zu 15 Kilogramm. Geprägte Silberbarren werden gestanzt und sind auch in kleineren Gewichtseinheiten zwischen einem und 100 Gramm verfügbar. Je größer oder schwerer ein Silberbarren ist, desto niedriger ist der Aufschlag, den du als Käufer zahlst.
Beim Kauf von Silberbarren ist es wichtig, dass du auf die Reinheitszertifizierung der Londoner Rohstoffbörse LBMA in Höhe von 999 oder 999,9 Tausendstel achtest. In Schmuck wird beispielsweise häufig 925er Silber (Sterlingsilber) verwendet. Nur der höchste Reinheitsgrad stellt sicher, dass du beim Verkauf auch entsprechend des aktuellen Silberpreises bezahlt wirst.
Neben der Reinheit solltest du auf die Herstellerprägung achten. Bekannte Hersteller sind die Degussa, Heraeus und Umicore. Zuletzt sind größere Barren mit einer Seriennummer zur Nachverfolgung versehen. Echtheitszertifikate wie beim Kauf von Goldbarren sind bei Silber eher ungewöhnlich.
Silbermünzen
Als günstigere Alternativen bieten sich für Anleger Silbermünzen an. Aufgrund des geringeren Gewichts sind die Anschaffungskosten geringer. Im Gegenzug zahlst du höhere Aufschläge, weil die Vertriebskosten stärker an dich weitergegeben werden und die Händler eine Marge erwirtschaften wollen.
Wie auch bei Goldmünzen, ist auch bei Silbermünzen die Unze die Währungseinheit. Eine Feinunze Silber entspricht 31,1 Gramm reinem Silber. Typische Anlagemünzen (Bullionmünzen) werden in hoher Auflage geprägt und sehr nahe am aktuellen Silberkurs gehandelt.
Aufgrund des unkomplizierten Wiederverkaufs eigenen sie sich sehr gut als Wertanlage. Bekannte Beispiele sind die Wiener Philharmoniker (Österreich), Maple Leaf (Kanada) oder Krügerrand (Südafrika).
Wer dagegen in seltenere Sammlermünzen investiert, zahlt häufig einen hohen Aufschlag, der sich beim Wiederverkauf nicht unkompliziert refinanzieren lässt.
Wie hat sich der Wert von physischem Silber historisch entwickelt?
Im Gegensatz zu Gold ist Silber kein reines Anlage-Edelmetall. Durch den Einsatz als Industrierohstoff unterliegt Silber starken strukturellen Schwankungen – abhängig von der aktuellen globalen Konjunktur. Jahrzehntelang pendelte der Silberpreis zwischen 5 und 20 US-Dollar.
Ein Ausreißer waren die Spekulationen der Gebrüder Hunt Ende der 1970er-Jahre. Die beiden Texaner kauften unfassbare Mengen an physischem Silber und Futures, um den Silbermarkt zu übernehmen. In kürzester Zeit vervielfachte sich der Silberkurs und brachte Minenbetreiber in Bedrängnis, da die Bestände leer und die Produktion am Limit war. Die Börsenaufsicht griff im Frühjahr 1980 ein, erlaubte kurzzeitig nur noch Verkäufe und regulierte somit den Markt. Der Silberpreis fiel von über 50 US-Dollar je Feinunze Silber wieder auf unter 5 US-Dollar.
Den bisherigen Höchststand hat der Silberpreis Ende Januar 2026 erreicht. In einer gemeinsamen, historisch einzigartigen Gold- und Silberpreis-Rallye stieg der Silberpreis innerhalb eines Jahres von 35 US-Dollar auf 121,68 US-Dollar je Feinunze. Die Rallye wurde von den geopolitischen Sorgen rund um den Irankrieg und Sorgen vor Inflation angetrieben. Im Juni 2026 liegt der Silberpreis bei rund 60 US-Dollar – also 50 Prozent unter dem Allzeithoch, aber noch deutlich über dem historischen Mittel.
Physisches Silber ist zwar wertbeständig. Aufgrund der massiven Schwankungen hängt die erzielte Silberrendite jedoch massiv vom Einstiegszeitpunkt ab. Während sich Gold zur Absicherung gegen die Inflation eignet, ist Silber ein von der Konjunktur getriebenes Spekulationsobjekt.
Wo kann ich physisches Silber kaufen?
Wer physisches Silber kaufen möchte, hat unterschiedliche Möglichkeiten. Die Preise variieren aufgrund der gebotenen Sicherheit und der beteiligten Parteien.
- Die erste Möglichkeit ist der Kauf bei deiner Hausbank. Fast alle Sparkassen, Volksbanken und Großbanken bieten den direkten Kauf von physischem Silber an. Dabei erfolgt die Bestellung in der Regel bequem über das Internet oder über den persönlichen Bankberater und die Abrechnung über dein hinterlegtes Girokonto. Wenige Tage später steht das bestellte physische Silber in einer Filiale deiner Wahl zur Abholung bereit. Du bekommst garantierte und zertifizierte Reinheit und profitierst von einer sehr hohen Vertrauenswürdigkeit. Für diesen Service zahlst du im Gegenzug ein höheres Aufgeld.
- Die zweite Möglichkeit sind zertifizierte Edelmetallhändler mit Filialen vor Ort. Dazu gehören zum Beispiel die Degussa oder Pro Aurum. Du profitierst ebenfalls davon, dass du von zertifizierten und vertrauenswürdigen Händlern direkt vor Ort auf Reinheit geprüftes Silber kaufst. Im Gegenzug zahlst du zusätzlich zum Silberkurs ebenfalls einen Aufschlag für Miete, Personal und Service-Dienstleistungen.
Tipp: In Filialen vor Ort kannst du bis zu einem Betrag von 1.999,99 Euro komplett anonym physisches Silber kaufen. Erst ab einer Summe von 2.000 Euro greift das Geldwäschegesetz und der Händler muss deine Personalien aufnehmen. Diese Anonymität bieten dir weder Banken noch Online-Shops.
- Die dritte Möglichkeit sind Online-Shops und Online-Vergleichsportale. Zu den prominentesten und besten Anbietern in Deutschland gehören Anlagegold24, Philoro, ESG Edelmetall-Service und der GoldSilberShop. Bei den Vergleichsportalen gibt es gold.de und gold-preisvergleich.de. Wundere dich nicht: Die allermeisten Gold-Shops sind nicht nur auf Gold, sondern auch auf Silber spezialisiert. Nur weil das Silber nicht direkt im Namen vorkommt, ist ein Anbieter nicht unseriös. Von den Vergleichsportalen aus gelangst du direkt zu den jeweiligen Händlern. Eine Listung erfolgt nur nach umfassender Prüfung. Über Silber-Online-Vergleichsportale kannst du also günstig physisches Silber kaufen. Du zahlst zwar den versicherten Versand, sparst allerdings bei den Service- und Personalgebühren, wodurch der digitale Silberkauf preiswerter sein kann als vor Ort in der Filiale.
Vom Silberkauf auf dem Zweitmarkt – zum Beispiel in Antiquitätenläden oder von Privatpersonen über Kleinanzeigen – ist grundsätzlich abzuraten, da das Risiko einer Fälschung zu groß ist.
Welche Silberkurse sind relevant?
Bevor du dich dazu entscheidest, dass du Silbermünzen oder Silberbarren kaufst, solltest du zwei Preise miteinander vergleichen.
- Der wichtigste Preis ist der aktuelle Silberpreis. Zu diesem Kurs wird eine Feinunze Silber an der Börse gehandelt. Das Währungskürzel an Rohstoffbörsen ist XAG und die internationale ISIN lautet XC0009653103. Den aktuellen Silberpreis kannst du auf unterschiedlichen Seiten nachschauen – zum Beispiel bei Onvista. Wichtig: Silber wird international in US-Dollar gehandelt. Das heißt: Du musst den Silberpreis noch mit dem aktuellen US-Dollar-Euro-Wechselkurs umrechnen, damit du weißt, wie viel Euro für eine Feinunze Silber fällig werden. Je schwächer der Euro im Vergleich zum US-Dollar ist, desto mehr profitierst du als deutscher Anleger von Wertsteigerungen, da das in US-Dollar gehandelte physische Silber für Euro-Besitzer dadurch wertvoller wird.
- Im zweiten Schritt schaust du dir den Händlerpreis an. Von diesem ziehst du den aktuellen Silberpreis ab und errechnest dir so den Aufschlag. (Händlerpreis-Silberpreis=Aufschlag). Für den prozentualen Aufschlag rechnest du: „((Händlerpreis:Börsenpreis) – 1)*100“ Auf diese Art und Weise findest du heraus, wie viele Gebühren ein Händler für seine Dienstleistungen berechnet. Sowohl sehr hohe Preise als auch Angebote, die unter dem aktuellen Silberpreis liegen, sind unseriös oder nicht lukrativ.
Vertrauenswürdige Online-Shops und zertifizierte Händler aktualisieren ihre Silberpreise alle fünf Minuten. Sollten Unstimmigkeiten auftreten, kannst du immer den aktuellen Silberkurs abrufen, ihn umrechnen und mit dem Händler direkt in den Austausch treten. Seriöse Händler orientieren sich am aktuell gehandelten Börsenkurs.
Worauf muss ich achten, wenn ich physisches Silber kaufen will?
Wenn du dich dazu entschieden hast, dein Geld in physisches Silber zu investieren, suchst du dir im nächsten Schritt einen Händler deiner Wahl. Dafür geben wir dir einige Tipps an die Hand, die dir Orientierung beim Silberkauf geben. Wir gehen gezielt auch auf die Unterschiede zum Goldkauf ein.
- Eine Unze Silber ist deutlich weniger Wert als eine Unze Gold. Wenn du größere Geldsummen in Silber investieren möchtest, führt das dazu, dass du deutlich mehr Silber kaufst. Je größer die Silbermenge ist, desto teurer wird der versicherte Versand und die Lagerung deines physischen Silbers. Wer Silber als Form der Wertanlage betrachtet, sollte berücksichtigen, dass höhere Transport- und Logistikkosten deine Marge drücken.
- Aufgrund der geringeren Silberkosten stehen beim An- und Verkauf von physischem Silber die tatsächlichen Materialkosten im Vordergrund. Sonderprägungen steigern den Wert in deutlich geringerem Maße als das bei Goldmünzen der Fall ist. Silbermünzen und Silberbarren sind sogar oft Schmelzware. Das heißt: Das physische Silber wird auf Gewicht und Reinheit überprüft und anschließend zum reinen Silberpreis gehandelt. In der Regel wird vom aktuellen Silberpreis noch die Händlermarge abgezogen.
- Anlagegold ist in Deutschland von der Steuer befreit. Für physisches Silber gilt dies nicht. Beim Kauf fällt die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent an. Du zahlst also den Silberpreis, die Händlermarge und die Mehrwertsteuer. Dementsprechend muss dein Silber einiges an Rendite erwirtschaften, um den Aufpreis einzuholen. Einziger Trost: Nach einer Haltedauer von einem Jahr fallen immerhin auf deinen Gewinn beim Verkauf keine zusätzlichen Steuern an. Die Abgeltungsteuer entfällt dann.
- Wenn du dich für den Kauf bei einem lokalen Händler entscheidest, achte darauf, dass er Mitglied im Berufsverband des deutschen Münzfachhandels e.V. ist. Mitglieder sind dazu verpflichtet, strenge Qualitätsrichtlinien und die Prüfung von Reinheit und Echtheit zu garantieren.
- Wir haben bereits erwähnt, dass der Silberkauf bis zu einer Summe von 1.999,99 Euro in Deutschland per Gesetz anonym möglich ist. Wenn ein Händler auch bei höheren Beträgen keinen Ausweis sehen möchte, ist Vorsicht geboten.
- Sowohl seriöse stationäre Händler als auch Online-Shops zeichnen sich durch eine transparente Preisgestaltung aus, die sich eng am aktuellen Silberkurs der Börse orientiert. In der Regel werden die Preise alle fünf Minuten aktualisiert. Große Abweichungen nach unten und oben sind ein Warnhinweis.
- Die Vergleichsportale Gold.de und Gold-Preisvergleich.de fungieren als Gatekeeper mit strengen Aufnahmekontrollen. Wer dort gelistet ist, erfüllt alle Standards und gilt als seriöser Händler. Darüber hinaus ist es immer sinnvoll, die Bewertungen von anderen Silberkäufern bei Google und „Trusted Shops“ zu überprüfen, um nicht unabsichtlich einem unseriösen Anbieter aufzusitzen.
Silbermünzen und Silberbarren kaufen: Das ist wichtig
Zwar haben Sammlermünzen und Sonderprägungen bei physischem Silber eine geringere Rolle als bei Gold. Ebenso wenig gibt es immer Echtheitszertifikate. Trotzdem solltest du einen genaueren Blick auf die Silberbarren und Silbermünzen werfen.
- Bei Silberbarren ist der Reinheitsgrad eingeprägt. Achte auf die Angaben 999,9 oder 999. Auch der eingeprägte Name des Silberproduzenten (zum Beispiel: Aurubis oder Heraeus) ist wichtig. Dieser sollte über eine LBMA-Zertifizierung von der Londoner Rohstoffbörse verfügen.
- Bei Silbermünzen ist es sinnvoll, sich auf weltweit anerkannte Anlagemünzen zu konzentrieren, da du sie problemlos zum aktuellen Silberkurs wieder verkaufen kannst. Die wichtigsten Anlagemünzen sind Maple Leaf (Kanada), American Silver Eagle (USA), Wiener Philharmoniker (Österreich), Britannia (Großbritannien) und Krügerrand (Südafrika). Darüber hinaus gibt es mit dem Australien Känguru, Kookaburra und Koala jährlich wechselnde Anlagemünzen. Diese verbinden Anlage- und Sammlermünzen auf einem vertretbaren Niveau. Einerseits investierst du in Silbermünzen mit sehr großer Auflage, andererseits haben ältere Jahrgänge teilweise Wertsteigerungen aufgrund der selteneren Motive.
Wer in physisches Silber investiert, um an der Wertentwicklung von Silber zu partizipieren, ist mit Anlagemünzen auf der sicheren Seite. Sammlermünzen bieten theoretisch höhere Renditemöglichkeiten, sind allerdings auch teurer in der Anschaffung ohne Garantie für den gezahlten Preis beim Wiederverkauf.
Seriöse Verkaufsstellen von physischem Silber: Der Schnellcheck
Wenn du eine Silbermünze oder einen Silberbarren entdeckt hast, für den du dich interessierst, kannst du vor dem Kauf noch selbst einige kurze Tests durchführen. Das klappt sowohl vor Ort im Laden als auch im Internet.
Der Online-Schnellcheck
Die sicherste Variante ist der Online-Kauf bei (d)einer Bank. Banken bieten das höchste Maß an Sicherheit und garantieren dir Reinheit. Im Gegenzug zahlst du für den Silberkauf bei Banken ein höheres Aufgeld. Doch auch ohne Bank findest du im Internet seriöse Anbieter, bei denen du physisches Silber kaufen kannst.
- Ist ein Händler bei Gold.de oder Gold-Preisvergleich.de gelistet? Ist er schon längere Zeit aktiv und bekommt von Kunden gute Rezensionen? Dann kannst du davon ausgehen, dass es sich um einen seriösen Händler handelt. Beide Portale führen vor einem Listing umfassende Kontrollen durch und lassen nur diejenigen Händler zu, die tatsächlich alle Anforderungen erfüllen.
- Liegt das Angebot für eine Silbermünze oder einen Silberbarren deutlich unter dem aktuellen Silberpreis? Dann solltest du vorsichtig sein. Kein seriöser Händler verkauft Silber deutlich unter dem Marktpreis. Dafür ist das Angebot an Silber zu groß.
- Welche Zahlungsarten werden dir für den Silberkauf angeboten? Wundere dich nicht, wenn ein Online-Händler als Hauptzahlungsart Vorkasse per Banküberweisung verlangt – das ist in der Edelmetallbranche aufgrund der knappen Margen und des Kursrisikos üblich. Wichtig ist, dass der Händler den Preis im Moment der Bestellung für dich verbindlich fixiert und die Konditionen transparent auflistet.
Auch für den Kauf im Laden gibt es einige Anhaltspunkte. Wichtig dabei ist: Im Gegensatz zu Gold gibt es bei Silber nicht zwingend Echtheitszertifikate. Seriöse Händler können oftmals Kaufbelege aufweisen, orientieren sich am aktuellen Silberpreis und kommunizieren transparent, was der aktuelle Ankaufspreis wäre. Wenn du das Gefühl hast, bedrängt zu werden, solltest du das Geschäft lieber verlassen.
- Zuerst kannst du den Magnet-Test durchführen. Silber ist nicht magnetisch, andere Metalle wie Eisen oder Nickel sind es. Ob eine Münze lediglich eine Silberlegierung hat und einen anderen Kern, findest du mit einem Neodym-Magneten heraus. Haftet das Silber am Magnet, handelt es sich nicht um reines Silber mit dem Reinheitsgrad 999,9.
- Eine besondere Fähigkeit von Silber ist die extreme Wärmeleitfähigkeit. Lege einen Eiswürfel auf eine Silbermünze. Echtes Silber zieht die Wärme aus deiner Hand oder einem Tisch augenblicklich ab und leitet sie in das Eis, weshalb der Eiswürfel in Sekundenschnelle schmilzt. Die Münze selbst wird entsprechend kalt.
- Silber hat eine Dichte von 10,49 g/cm³. Fälschungen aus anderen Metallen sind schwerer oder größer. Insbesondere zur Überprüfung von Anlagemünzen eignen sich die sogenannten Münzfische. Damit kannst du kontrollieren, ob die vorliegende Silbermünze von Maßen und Gewicht dem Original entsprechen. Abweichungen sind ein deutliches Signal für Fälschungen. Als Alternative kannst du auch nach einer Feinwaage fragen. Anlagemünzen wie das Maple Leaf wiegen exakt 31,103 Gramm (eine Feinunze). Dabei handelt es sich um den Mindestwert. Einige Nachkommastellen können durch die Prägung hinzukommen. Deutlich leichtere Münzen (unter 31 Gramm) sind wahrscheinlich Fälschungen, weil nicht das Mindestgewicht einer Feinunze eingehalten wird.
Physisches Silber kaufen: Welche Kosten entstehen für dich?
Neben dem aktuellen Preis, den du für physisches Silber zahlst, kommen noch einige weitere Kosten auf dich zu.
Herstellungskosten und Händlermarge (Aufgeld)
Bis eine geprägte Silbermünze verkaufsbereit ist, investieren Scheideanstalten und Prägestätten Geld in die Herstellung. Das Silber wird gereinigt, eingeschmolzen, in Form gegossen und geprägt. Im Anschluss muss der Händler seine Kosten für Miete, Transport, Lagerung, Personal und Versicherungen über seine Gewinnmarge refinanzieren.
Diese beiden Kostenpunkte kommen als Aufgeld zum aktuellen Silberpreis hinzu. Je kleiner die Stückelung (das Gewicht) ist, desto höher ist das prozentuale Aufgeld. Du zahlst also für eine Anlagemünze im Verhältnis prozentual mehr Aufgeld als bei einem 1-Kilo-Silberbarren.
Mehrwertsteuer
Während Anlagegold in Deutschland (Paragraf 25c Umsatzsteuergesetz) von der Mehrwertsteuer befreit ist, gilt dies für Silber nicht. Zum Silberpreis und dem Aufgeld zahlst du zusätzlich noch 19 Prozent an Mehrwertsteuer, was mit Blick auf Rendite ein sehr großer Kostenblock ist.
Logistik und Versand
Physisches Silber ist ein wertvoller Rohstoff. Du kannst – oder solltest – physisches Silber niemals per normaler Briefpost verschicken. Seriöse Händler setzen auf einen versicherten Versand, weil die Standard-Angebote nicht genügen. Die Versandkosten liegen im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich. Dabei kommen spezialisierte Werttransportlogistiker zum Einsatz. Diese bieten einen umfassenden Versicherungsschutz, eine überwachte Logistikkette und eine diskrete Zustellung mit Ausweiskontrolle und persönlicher Identifikation.
Lagerung und Versicherung
Abhängig von deinem eigenen Sicherheitsbedürfnis und deiner Bereitschaft für zusätzliche Sicherheit zusätzliches Geld zu investieren, stehen dir mehrere Optionen zur Lagerung zur Verfügung.
Grundsätzlich gilt: Für höhere Investments bekommst du bei physischem Silber sehr viel Ware. Dementsprechend nimmt physisches Silber schnell deutlich mehr Platz ein als beispielsweise physisches Gold. Das solltest du bei der Auswahl der Lagerungsform beachten.
- Wer sein physisches Silber zuhause lagern möchte, kann sich einen Heimtresor anschaffen. Je nach Sicherheits- und Widerstandsgrad gibt es erste Modelle für mittlere dreistellige Summen. Bei der Anschaffung solltest du darauf achten, dass Zertifizierungen vorliegen und DIN-Normen eingehalten werden.
- Alternativ kannst du dein physisches Silber auch in einem Bankschließfach lagern. Je nach Größe fallen niedrige dreistellige Beträge im Jahr an. Oftmals gibt es eine festgelegte Versicherungssumme von zum Beispiel 5.000 Euro. Wenn dir das nicht genügt, benötigst du zudem eine Höherversicherung, deren Kosten du ebenfalls dauerhaft tragen musst.
- Die höchste Sicherheit bieten dir Hochsicherheitstresore und Zollfreilager. Du profitierst dabei von den höchsten Schutzmaßnahmen und teilweise steuerlichen Begünstigungen, hast allerdings das Problem, dass dein physisches Silber zum Teil im Ausland – zum Beispiel in der Schweiz oder Liechtenstein – gelagert wird. Im Ernstfall hast du also keinen direkten Zugriff darauf.
Wiederverkauf
Wenn du dein physisches Silber bei einem zertifizierten Händler verkaufen möchtest, erhältst du den aktuellen Silberpreis abzüglich einer geringen Händlermarge. Ebenso wenig bekommst du die gezahlte Mehrwertsteuer zurückerstattet. Die Spanne zwischen deinem Einkaufspreis und deinem Verkaufspreis ist bei Silber also bedeutend höher als bei Gold.
Steuerlich relevant ist die Haltedauer. Wenn du nachweisen kannst, dass du dein physisches Silber mindestens ein Jahr lang behalten hast, entfällt die Einkommensteuer. Deshalb ist es für das Finanzamt essenziell, dass du Kaufbelege und Quittungen aufbewahrst.
Verkaufst du dein Silber schon nach wenigen Tagen oder Monaten greift die gesetzliche Freigrenze von 1.000 Euro (Paragraf 23 Einkommensteuergesetz). Das heißt: Gewinne unter 1.000 Euro sind von der Einkommensteuer befreit. Sobald du 1.000,01 Euro an Gewinn erzielst, musst du den gesamten Betrag versteuern. In diese Freigrenze fallen nicht nur Gewinne aus dem Verkauf von Edelmetallen, sondern ebenfalls Kryptowährungen, Kunst und deine Einnahmen aus privaten Veräußerungsgeschäften (zum Beispiel über Kleinanzeigen).
Wie verwahre ich physisches Silber sicher?
Wer sein physisches Silber sicher verwahren möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Grundsätzlich besteht dabei das Problem, dass die Wertdichte von physischem Silber im Vergleich zu physischem Gold deutlich geringer ist. Das heißt: Du benötigst mehr Lagerplatz. Das hat direkte Auswirkungen auf die entstehenden Kosten.
Physisches Silber zuhause lagern
Die einfachste Möglichkeit besteht darin, dein physisches Silber bei dir zuhause zu lagern. Du solltest Silbermünzen und Silberbarren nicht einfach in deinen Schrank legen, sondern einen zertifizierten Tresor kaufen. Diesen solltest du von einem Fachmann im Boden und in der Wand verankern lassen, damit Einbrecher deinen Tresor nicht einfach davontragen können. Da Silber mit den Schwefelverbindungen in der Luft reagiert, solltest du darauf achten, dass dein Tresor in einem trockenen Raum montiert wird.
Nach der Montage solltest du mit deiner Hausratsversicherung Kontakt aufnehmen. Je nach Widerstandsgrad deines Tresors und nach eingelagerter Silbermenge solltest du deinen Versicherungsschutz anpassen, sodass im Ernstfall alle Silbereinlagen versichert sind.
Entscheidest du dich für den Heimtresor, solltest du niemandem davon erzählen. Schweigen ist für dein Silber in diesem Fall das sprichwörtliche Gold.
Physisches Silber extern lagern
Neben einem Heimtresor kannst du die Lagerung auch nach extern vergeben. Eine Option sind dabei Bankschließfächer. Je nach Größe des Bankschließfachs fallen jährliche Mietkosten im niedrigen dreistelligen Bereich an. Außerdem solltest du mit deiner Bank Rücksprache halten, wie hoch die Versicherungssumme in einem Bankschließfach ist. Oftmals liegt diese bei gerade einmal 5.000 Euro. Abhängig vom eingelagerten Silberwert ist eine Höherversicherung sinnvoll. An Bankschließtagen hast du allerdings keinen Zugriff auf dein Silber.
Die sicherste Variante sind Hochsicherheitstresore und Zollfreilager. Dabei profitierst du vom höchsten Sicherheitsniveau. Dein physisches Silber liegt außerhalb des deutschen Bankensystems – oftmals in Liechtenstein oder der Schweiz. Ob eine derartige Lagerung sinnvoll ist, hängt allerdings stark von deiner Silbermenge ab. Für die meisten Privatanleger wird sich eine solche Lagerung kaum lohnen.
Fazit zum Silber Guide
Physisches Silber kann eine interessante Option darstellen, dein Anlageportfolio um einen Rohstoff zu ergänzen, der die Vorteile von Industriemetallen mit den Vorteilen von Edelmetallen verbindet. Aufgrund der höheren Kursschwankungen eignet sich Silber weniger als Inflationsschutz. Dafür ist Gold besser geeignet, mehr zum Goldkauf liest du hier.























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