Depots ohne Negativzinsen Überblick Vergleich Übersicht

Depots ohne Negativzinsen: Hier kannst du dein Geld gefahrlos liegen lassen

Investoren sollten bei der Geldanlage darauf achten, keine Negativzinsen auf ihre Einlagen auf dem Verrechnungskonto zu zahlen. Wir zeigen dir Depots ohne Negativzinsen und erklären dir, was es mit diesen überhaupt auf sich hat.

⏩ Nicht viel Zeit?

Springe über diesen Link direkt nach unten zur Übersicht der Depots ohne Negativzinsen auf die Einlagen auf dem Verrechnungskonto.

Was sind Negativzinsen?

Früher hast du als Anleger Zinsen dafür erhalten, wenn du Geld bei deiner Bank liegen gelassen hast – zum Beispiel auf deinem Giro-, Tagesgeld– oder Festgeldkonto. Oder eben auf deinem Verrechnungskonto zu deinem Wertpapierdepot.

Schließlich „arbeiten“ die Banken mit diesen Geldern. Sie vergeben zum Beispiel Kredite und profitieren von den Zinseinnahmen. Einen Teil dieser Einnahmen haben sie dann an die Kunden in Form von Zinsen weitergegeben.

1997 lag der durchschnittliche Zinssatz auf Tagesgeldkonten in Deutschland bei 2,0 Prozent, 2001 bei 2,3 Prozent und 2008 noch bei 1,9 Prozent. Ab dann ging es rasant bergab, wie Statista erhoben hat.

Niedrige Zinsen sollen das Wirtschaftswachstum fördern

Da seitens der Zentralbanken die Zinsen immer weiter gesenkt werden, um die Konjunktur anzukurbeln, lässt sich auf Seiten der Banken mit den Kundengeldern nicht mehr viel Geld verdienen.

Geringere Zinsen führen zu günstigeren Krediten, was wiederum zu höheren Investitionen führen soll. So wird versucht, das Wirtschaftswachstum zu unterstützen.

Spätestens seit die Zentralbanken Negativzinsen eingeführt haben, ist die Lagerung von Kundengeldern für Banken teuer geworden. Sie müssen selbst Negativzinsen an die Zentralbanken zahlen und versuchen entsprechend, möglichst wenig Geld dort lagern zu müssen.

Negativzinsen werden teilsweise an Kunden weitergegeben

Das soll unter anderem dadurch erreicht werden, die Negativzinsen an die Kunden weiterzugeben. Die müssen dann z.B. 0,2 Prozent pro Jahr dafür bezahlen, ihr Geld bei der Bank liegen zu lassen.

Das ist vor allem schlecht für Sparer, die ihr Geld nicht in Vermögenswerte wie Aktien, ETFs, Rohstoffe oder Immobilien angelegt haben, sondern auf ihren Konten liegen lassen.

Denn dadurch wird ihr Geld gleich von zwei Seiten dezimiert: Einerseits durch die Inflation von etwa 1,5 Prozent pro Jahr und andererseits durch die Negativzinsen von 0,x Prozent pro Jahr.

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Sparer müssen auf ihr Geld aufpassen, wenn Inflation und Negativzinsen an den Ersparnissen nagen

Aber auch für Anleger in Vermögenswerte können die Negativzinsen zum Problem werden. Nämlich dann, wenn sie ihr Depot bei einer Bank haben, die Negativzinsen auf das Verrechnungskonto erhebt. Und wenn sie zudem eine hohe Cash-Quote haben, die sie auf diesem Konto liegen lassen.

Übersicht: Depots ohne Negativzinsen

Damit sich dein Geld auf dem Verrechnungskonto nicht vermindert, während du auf deinen nächsten Aktien- oder ETF-Kauf wartest, haben wir für dich Depots ohne Negativzinsen zusammengestellt, bei denen du aktuell dein Geld gefahrlos liegen lassen kannst. Diese gibt es zum Glück noch.

Wir zeigen dir hier die besten Depots komplett ohne Negativzinsen und alle Depots, die zwar Negativzinsen haben, allerdings mit Einschränkungen, die sich leicht umgehen lassen.

Depots ohne Negativzinsen

Folgende Direktbanken bieten dir Depots ohne Negativzinsen an. Hier kannst du also dein Geld auf dem Verrechnungskonto liegen lassen, ohne „Strafzinsen“ dafür zahlen zu müssen.

Depots ohne Negativzinsen (mit Einschränkungen)

Diese Depots haben zwar Negativzinsen, aber mit Einschränkungen, die Anleger leicht umgehen können. Hier findest du jeweils eine Übersicht dieser Broker inklusive der Erklärungen, wann und wie die Negativzinsen fällig werden.

  • Smartbroker ( zum Depot): Smartbroker erhebt Negativzinsen in Höhe von 0,5 Prozent, wenn mehr als 15 Prozent des Depotvolumens auf dem Verrechnungskonto liegen. Hast du also ein Depot von 100.000 Euro und 14.999 Euro auf dem Verrechnungskonto liegen, fallen keine Negativzinsen an. Zudem fallen die Negativzinsen nur auf das Guthaben oberhalb der 15 Prozent an, bei 15.500 Euro also nur auf die 500 Euro.
  • Comdirect ( zum Depot): Die Comdirect erhebt bei Bestandskunden keine Negativzinsen. Neukunden (ab Mitte Januar 2020) müssen ab Einlagen über 250.000 Euro einen Negativzins von 0,5 Prozent zahlen. Das dürfte auf wenige Privatanleger zutreffen.
  • Onvista ( zum Depot): Onvista setzt ein ähnliches Modell an wie die Mutter Comdirect. Auch hier zahlen Bestandskunden keine Negativzinsen. Neukunden (ab Anfang Januar 2020) müssen ab Einlagen über 250.000 Euro einen Negativzins von -0,5 Prozent zahlen.
  • Lynx ( zum Depot): Lynx berechnet erst ab 100.000 Euro einen Negativzins.
  • Captrader ( zum Depot): Captrader erhebt ebenfalls ab 100.000 Euro einen Negativzins.

Übersicht: Depots mit Negativzinsen

In dieser Übersicht fasen wir für dich alle Depots mit Negativzinsen zusammen, die man nicht umgehen kann. Diese Broker erheben die „Strafzinsen“ also bereits ab dem 1. Euro. Das muss kein Ausschlusskriterium sein. Schließlich können die Vorteile der Broker den Nachteil Negativzins unter Umständen auch kompensieren. Das musst du für dich persönlich feststellen.

  • JustTrade ( zum Depot): JustTrade erhebt auf alle Einlagen auf dem Verrechnungskonto 0,5 Prozent Negativzinsen.
  • Flatex ( zum Depot): Flatex gibt schon seit 2017 die Negativzinsen der EZB 1:1 an die Kunden weiter, auch hier werden 0,5 Prozent fällig. Zudem berechnet Flatex noch 0,1 Prozent des Depotwertes. Hier bezahlen Kunden also gleich doppelt.

So lassen sich Negativzinsen verhindern

Negativzinsen werden uns noch eine ganze Weile begleiten, schließlich ist eine Änderung der Zinspolitik nicht in Sicht und solange die Banken Zinsen für die Einlage der Gelder bei der Zentralbank zahlen müssen, solange werden sie diese Zinsen auch versuchen an die Kunden weiterzugeben.

Es gibt aber natürlich einige Tipps und Tricks, wie du Negativzinsen umgehen oder sie zumindest abschwächen kannst. Diese Tipps gelten übrigens nicht nur für deine Depots, sie sind auch für mögliche Negativzinsen auf Girokonten, Tages- und Festgeldern nützlich.

Tipp 1: Halte deine Cash-Quote gering – auf Depots mit Negativzinsen

Dieser Tipp klingt offensichtlich, ist er aber nicht. Viele Anleger haben nur ein Depot und entsprechend kaum Ausweichmöglichkeiten. Ein Depotübertrag geht zwar einfach, ist aber mit etwas Arbeit und Geduld verbunden.

Dabei gibt es gute Gründe für mehrere Depots, einer davon ist eben die Auswahl, auch mal schnell wechseln zu können, wenn sich die Konditionen geändert haben. Halte also die Cash-Quote auf den Verrechnungskonten gering, auf die du Negativzinsen bezahlst.

Wenn du nicht mehrere Depots haben möchtest, kannst du das Geld auch auf Tagesgeld- oder Festgeldkonten oder auf einem extra Girokonto zwischenlagern und immer erst dann auf dein Verrechnungskonto überweisen, wenn ein Aktien- oder ETF-Kauf unmittelbar bevor steht. Hier findest du günstige Tagesgeld-, Festgeld– und Girokonten.

Tagesgeld-Vergleich Festgeld-Vergleich Girokonto-Vergleich

Tipp 2: Checke regelmäßig die Preis- und Leistungsverzeichnisse

Sei aufmerksam bei Änderungen der Preis- und Leistungsverzeichnisse seitens deines Brokers. Dieser muss dir Änderungen an den Konditionen mitteilen – etwas, was man als Anleger aber gerne mal wegklickt. Die Lektüre von Preis- und Leistungsverzeichnissen ist trocken, kann aber bares Geld sparen.

Vor allem auf die Begriffe „Negativzinsen“, „Minuszinsen“, „Verwahrentgelder“, „negative Habenzinsen“ oder „negative Guthabenzinsen“ solltest du dich sensibilisieren, wenn du diesbezügliche Änderungen nicht verpassen möchtest.

Hier ein Beispiel aus dem Preis- und Leistungsverzeichnis von Flatex:

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So sieht die Auszeichnung von Negativzinsen aus

Tipp 3: Vergleiche regelmäßig deine Optionen

Wenn du bis hierher gelesen hast, beherzigst du diesen Tipp bereits. Informiere und vergleiche regelmäßig deine Optionen. Nur weil dein Broker Negativzinsen eingeführt hat, muss das nicht heißen, dass das alle anderen Broker ebenfalls getan haben.

Nutze Vergleiche wie unseren Depot-Vergleich oder Überblicke wie diesen, um regelmäßig die besten Angebote zu vergleichen und zu überprüfen, ob sich ein Wechsel für dich lohnen könnte.

Negativzinsen müssen nicht automatisch ein Wechselgrund sein

Natürlich sind Negativzinsen ärgerlich. Insbesondere, wenn dein Broker oder deine Bank sie nachträglich einführt. Aber: Sie müssen nicht immer automatisch ein Grund für einen Wechseln sein.

Schließlich gilt es bei der Betrachtung von Depots immer unzählige Faktoren und Konditionen einzubeziehen. Beispielsweise die Depotführungsgebühr, Ordergebühren oder das Sparplan-Angebot. Je nach deinen persönlichen Anlagezielen kann es Depots geben, die trotz Negativzinsen bestens für dich geeignet sind.

Beispiel: Wenn du ein breites Angebot an ETFs besparen möchtest und Broker A mit einer großen Auswahl 0,5 Prozent Negativzinsen berechnet, Broker B mit derselben Auswahl aber fixe Depotführungsgebühren berechnet oder in der Ausführung der Sparpläne teurer ist, lohnt ein genauer Blick.

Dann kann es sich sogar lohnen, wenn du die Negativzinsen in Kauf nimmst und dafür versuchst, sie mit den Tipps oben (z.B. geringe Cash-Quote auf dem Verrechnungskonto) gering zu halten.

Fazit: An Negativzinsen gewöhnen, sie aber nicht akzeptieren

Das Beste, was Anleger diesertage bezogen auf Negativzinsen machen können, ist sich an sie zu gewöhnen. Denn zumindest kurz- bis mittelfristig werden uns die Negativzinsen noch lange begleiten. Das heißt aber nicht, dass man sie auch ohne Gegenwehr akzeptieren muss.

Mit einigen simplen Tricks lassen sich Negativzinsen oder Verwahrentgelder leicht umgehen oder mindern. Sei aufmerksam, vergleiche deine Optionen und eröffne mehrere Depots, um auch kurzfristig wechseln zu können. Dann verlieren die ärgerlichen „Strafzinsen“ schnell ihre Bedrohlichkeit.

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