Finanzielle Neujahrsvorsätze Geld Finanzen

Finanzielle Neujahrsvorsätze: 5 Ideen für das neue Jahr

In diesem Artikel findest du Inspirationen für finanzielle Neujahrsvorsätze, von denen du – einmal eingerichtet – langfristig profitieren kannst.

Das neue Jahr steht kurz bevor. Zeit also, sich Gedanken über die Neujahrsvorsätze zu machen. Gesünder essen, mehr Sport und vielleicht ein Karrieresprung stehen immer hoch oben auf der Liste. Aber auch finanzielle Neujahrsvorsätze sollten wir nicht vergessen.

Hier können wir bereits mit kleinen Veränderungen langfristig große Erfolge erzielen. Stell dir vor, du setzt nur einen einzigen unserer Vorschläge für finanzielle Neujahrsvorsätze um und sparst damit pro Monat 20 Euro. Das macht in den nächsten fünf Jahren schon über 1.000 Euro, die du in deiner Tasche behältst.

Lass dich inspirieren, such dir die Vorsätze raus, die für dich und deine individuelle Situation passen und anwendbar sind und lege damit den Grundstein für mehr finanzielle Selbstbestimmung. Übrigens: Das geht nicht nur zum Jahreswechsel. Wenn du diesen Artikel im Hochsommer liest, kannst du die Tipps natürlich genauso anwenden.

Tipp: Über das Inhaltsverzeichnis oben rechts kannst du bequem direkt zu den Tipps springen, die dich besonders interessieren.

Finanzielle Neujahrsvorsätze 1: Kontoführungsgebühren sparen

Vor allem bei Filialbanken (z.B. Sparkassen oder Volksbanken) sind Kontoführungsgebühren inzwischen wieder üblich. Hier fallen schnell mal 10 Euro pro Monat an Gebühren an. Hier kann sich ein Wechsel zu einer Direktbank lohnen.

Diese Banken verzichten auf ein großes Filialnetz und bieten dafür günstigere Konditionen an. Bestimmt hast du schon mal von Comdirect oder DKB gehört. Das sind klassische Beispiele für Direktbanken. Aber auch neuere Banken wie N26 oder Vivid Money verzichten auf Kontoführungsgebühren.

Wenn du also auf die Filialen verzichten kannst (Geld kannst du auch bei Direktbanken an vielen Geldautomaten kostenlos abheben), lassen sich hier schnell mehrere Euro pro Monat an Kontoführungsgebühren sparen.

Du kannst auch unseren interaktiven Girokonto-Vergleich nutzen, um die günstigste Bank für deine persönliche Situation zu finden.

Finanzielle Neujahrsvorsätze 2: Rücklage bilden

Eine stabile Rücklage nimmt uns viel Druck. Wenn wir wissen, dass wir auch im schlimmsten Fall zumindest für eine gewisse Zeit finanziell abgesichert sind, haben wir weniger Sorgen und sind allgemein freier.

Wie hoch die Rücklage sein sollte, musst du ganz individuell für dich entscheiden. Schließlich ist jeder Mensch anders, mit anderen Lebensumständen und einem anderen Empfinden für Sicherheit und Risiko.

Als grobe Faustregel kannst du mit Nettogehältern arbeiten und dir die Frage stellen, ab wie vielen Monaten du dich finanziell abgesichert fühlen würdest, in denen du deinen aktuellen Lebensstandard aufrecht erhalten könntest. Das können zum Beispiel drei, sechs oder gar 12 Monate sein.

Gehalt3 Monate6 Monate12 Monate
1.000 €3.000 €6.000 €12.000 €
1.200 €3.600 €7.200 €14.400 €
1.500 €4.500 €9.000 €18.000 €
1.800 €5.400 €10.800 €21.600 €
2.000 €6.000 €12.000 €24.000 €
2.500 €7.500 €15.000 €30.000 €

Diese Rücklage baut sich natürlich nicht über Nacht auf. Das ist ein Prozess über mehrere Monate oder sogar Jahre, der sich aber für das eigene Wohlbefinden lohnt. Die Rücklage kannst du auf einem separaten Girokonto oder Tagesgeldkonto von deinem anderen Konto trennen – zum Beispiel mit dem 3-Konten-Modell.

Finanzielle Neujahrsvorsätze 3: 3-Konten-Modell einrichten

Mit dem 3-Konten-Modell kannst du deinen Vermögensaufbau automatisieren. Das bedeutet, dass du immer am Anfang eines Monats per Dauerauftrag (wichtig!) sofort das Geld zur Seite legst, dass du für dich selbst brauchst. Andernfalls laufen wir Gefahr, das Geld unbewusst über den Monat verteilt auszugeben.

Das 3-Konten-Modell besteht, wie der Name schon verrät, aus drei Konten:

  1. Deinem normalen Girokonto, auf das dein Gehalt drauf und von dem deine Fixkosten runter gehen.
  2. Einem Sparkonto, mit dem du eine finanzielle Rücklage aufbaust.
  3. Einem Spaßkonto, auf das du dir jeden Monat ein Budget für Unternehmungen, Shopping, Urlaub und Co. überweist.

Wahlweise kannst du es auch zu einem 4-Konten-Modell ausbauen und noch ein Investmentkonto hinzunehmen, zum Beispiel ein Depot.

Hast du diese Konten eröffnet, richtest du dir Daueraufträge ein, die am Anfang des Monats ausgeführt werden. So kommen wir gar nicht erst in Versuchung, das Geld auszugeben, das eigentlich für uns selbst bestimmt war. Hier kann eine Regel wie die 50-30-20-Regel helfen, also 50 Prozent für die Ausgaben, 30 Prozent für das Sparkonto und 20 Prozent des Gehalts für das Spaßkonto.

Finanzielle Neujahrsvorsätze 4: Mit dem Investieren beginnen

Im aktuellen Niedrigzinsumfeld verliert dein Geld auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto jedes Jahr an Wert. Das liegt an der Inflation von knapp unter 2 Prozent. Diese wurde früher durch Zinsen auf deine Spareinlagen auf deinen Konten ausgeglichen, diese gibt es aber momentan nicht mehr.

Wichtig: Bei unserer finanziellen Rücklage (siehe unseren Vorsatz 2) nehmen wir die Inflation in Kauf, weil wir die Sicherheit höher gewichten als den Wertverlust. Dieses Geld solltest du lieber nicht investieren, um hier kein unnötiges Risiko einzugehen.

Das bedeutet, dass wir uns andere Wege suchen müssen, unser Geld vor der Inflation zu schützen. Hier kommt das Investieren ins Spiel, zum Beispiel in Aktien, ETFs, Fonds oder – für die Risikofreudigeren – Kryptowährungen und P2P-Kredite.

Dafür benötigst du ein Depot, das bestenfalls kostenlos in der Depotführung ist und möglichst günstige Konditionen zum Kauf von Aktien, ETFs und Co. anbietet. Wir haben bereits viele Artikel rund um das Thema geschrieben:

Alternativ kannst du auch unseren interaktiven Depot-Vergleich nutzen, um in wenigen Sekunden das passende Depot für dich zu finden. Die Depoteröffnung dauert bei den meisten Banken heute nur noch wenige Minuten und kann komplett digital von Zuhause aus ausgeführt werden.

Finanzielle Neujahrsvorsätze 5: Starte einen Sparplan

Auch die Anlage in Aktien- oder ETFs kannst du automatisieren. Zum Beispiel, indem du einen Sparplan einrichtest, der automatisch jeden Monat Geld in die von dir gewählten ETFs oder Aktien investiert. Das können bei den meisten Brokern bereits kleine Sparraten ab 10, 25 oder 50 Euro sein.

Der große Vorteil von Sparplänen ist, dass du auch hier deinen Vermögensaufbau automatisierst. Du musst dich gar nicht erst mit Kursen, Timing und Co. auseinander setzen, da du einfach automatisch jeden Monat einen fixen Betrag anlegst und so über die Zeit durch den Durchschnittskosteneffekt das harmonische Mittel an Kursen triffst.

Hier haben wir dir bereits ausführlich die besten Depots für ETF-Sparpläne vorgestellt. Hier findest du noch weitere Tipps, wie du Gebühren bei deinen Sparplänen sparen kannst.

Bonus: 5 Tipps, um in diesem Jahr Geld zu sparen

Wir wissen natürlich, dass es nicht einfach ist, all diese finanziellen Neujahrsvorsätze sofort umzusetzen. Manche sind einfach und schnell erledigt (z.B. das Sparen deiner Kontoführungsgebühren oder das Einrichten von 3-Konten-Modell und Depot). Andere dauern etwas, bis man sich eingegroovt hat. Dazu zählt vor allem der Aufbau der finanziellen Rücklage.

Um dieses Ziel schneller zu erreichen, findest du hier ein paar Bonus-Tipps, mit denen du einfach und schnell im neuen Jahr Geld sparen kannst.

  1. Überprüfe deine Verträge und Abos: Nutzt du wirklich noch alle Verträge, Versicherungen und Abos, die du mal abgeschlossen hast oder sind einige davon vielleicht längst veraltet oder entsprechen nicht mehr deinen Interessen? Gehe einmal durch alle regelmäßigen Abbuchungen auf deinem Konto und kündige diese Abos.
  2. Vergleiche die Konditionen: Von den Fixkosten, die übrig bleiben, kannst du mit Vergleichsrechnern im Internet schnell bessere Konditionen finden. Egal ob bei der Kfz-Versicherung, dem DSL-Vertrag oder deinem Mobilfunkanbieter. Ein Wechsel dauert nur noch wenige Minuten und kann meist digital vollzogen werden.
  3. Versicherungen aktuell halten: Checke, ob deine Versicherungen noch zu deinem Leben passen. Beispiel: Wenn du inzwischen mehr Home Office hast und dadurch weniger Auto fährst, kannst du die jährliche Kilometerleistung deiner Kfz-Versicherung auf den neuen Stand herabsetzen lassen und bares Geld sparen. Das kostet dich nur einen Anruf.
  4. Verkaufe nicht genutzte Sachen: Wusstest du, dass wir viele Schätze rumliegen haben, die bares Geld wert sind? Verkaufe nicht mehr genutzte Bücher, CDs und DVDs bei Momox oder Rebuy, Kleidung bei Vinted oder Ebay Kleinanzeigen und andere Sachen bei Ebay oder auf dem Flohmarkt und lege den Erlös sofort in deine Rücklage.
  5. Führe ein Haushaltsbuch: Mit einem Haushaltsbuch behältst du den Überblick über deine Finanzen und kannst leichter Sparpotentiale erkennen. Hierfür kannst du Apps (z.B. Money Control) oder auch einfach eine Excel-Tabelle nutzen.

Mit diesen Tipps kannst du leicht einen dreistelligen Betrag pro Monat einsparen, den du in deine Rücklage packen oder deine ersten Aktien- oder ETF-Sparpläne investieren kannst.

Fazit: Mache dieses Jahr zu deinem Jahr

Sich um seine Finanzen zu kümmern ist gar nicht so schwer und mühsam, wie viele sich das vorstellen. Mit einfachen Kniffen an den richtigen Stellen lässt sich bares Geld sparen, die eigene Absicherung aufbauen und gleichzeitig noch fürs Alter vorsorgen.

Selbst wenn du nicht alle finanziellen Neujahrsvorsätze aus diesem Artikel umsetzt oder sie an deine individuellen Umstände anpasst, ist das schon ein riesiger Erfolg. Die ersten Schritte sind die schwierigsten – und die hast du mit der Lektüre dieses Artikels bereits gemacht.

Jetzt geht’s an die Umsetzung! Wir wünschen dir ein frohes neues Jahr!


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